Ikea

Muss “Malm” verschwinden?

Der Möbeldesigner und Architekt Philipp Mainzer aus Frankfurt behauptet, das Ikea-Bett „Malm“, das seit 2003 auf dem Markt ist, sei lediglich eine Kopie seiner eigenen Kreation „Mo“. Jetzt kämpft er

Der Möbeldesigner und Architekt Philipp Mainzer aus Frankfurt behauptet, das Ikea-Bett „Malm“, das seit 2003 auf dem Markt ist, sei lediglich eine Kopie seiner eigenen Kreation „Mo“. Jetzt kämpft er dafür, dass „Malm“ aus dem Handel verschwindet. Gestern erreichte der Rechtsstreit – laut Handelsblatt ­– den Bundesgerichtshof. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verkündeten die Richter am Nachmittag, dass der Schwede neue Argumente vorzutragen hätte, sonst müsse der Vertrieb in Deutschland eingestellt werden.

1995 hatte Mainzer die Marke e15 mitbegründet. Für die Kollektion entwarf er das Modell „Mo“, das der Designer Mitte Juni 2002 patentieren ließ. Nach Informationen des Handelsblattes hatte er das Massivholz-Bett aber bereits im Januar auf der Kölner Möbelmesse gezeigt. Etwas später entdeckte der Frankfurter das Produkt „Malm“ in einem Ikea-Katalog, das seinem eigenen Entwurf offenbar ziemlich ähnlich sah.

Während der aktuellen Gerichtsverhandlung hatte Ikea behauptet, „Malm“ sei parallel, aber ohne Kenntnis von „Mo“ entstanden, und ist mit dieser Strategie offensichtlich gescheitert. Das Unternehmen muss nun neue Argumente formulieren, damit „Malm“ für deutsche Verbraucher verfügbar bleibt.

Die Marke e15 hatte schon mehrere Nachahmungen von „Mo“ beklagt. Zum Prozess gegen den Möbel-Riesen entschieden sich die Frankfurter aber erst nach anderen erfolgreichen Verfahren. „Wir hatten Respekt vor einem so großen Gegner“, sagte Mainzer laut Angaben des Handelsblattes.

Auf Anfrage der Zeitung gab der Schwede folgende Stellungnahme ab: „Ikea vertritt die Auffassung, dass es niemals in Ordnung ist, die Arbeit eines anderen Designers zu kopieren.“ Stattdessen werde „alles Erdenkliche“ getan, „um sicherzustellen, dass“ bei der Konzeption neuer Produkte „respektvoll und anständig mit anderen Firmen und Designern“ umgegangen wird.