Corona-Krise

Mittelstandsverbund befürchtet „Flickenteppich“ beim Corona-Exit

Die ersten Schritte zum Corona-Ausstieg sind seit heute Nachmittag nun festgelegt: Laut Einigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten können somit Geschäfte unter 800 qm VK-Fläche ab Montag (20.4.) unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen.

Kaum ausgesprochen, meldet sich Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbunds zu Wort und warnt davor, dass Bundesländer und Kommunen womöglich eigene Regelungen durchsetzen: „Nachdem sich Unternehmen bereits durch einen Vorgaben-Dschungel bei Schließungen kämpfen mussten, droht nun ein Flickenteppich auch bei Lockerungen. Das gilt es dringend zu verhindern. Einzelne Branchen dürfen hierbei keineswegs ausgeschlossen oder benachteiligt werden.“ 

Veltmann ist hingegen der Meinung: „Einheitliche Termine für die Wiedereröffnung in einzelnen Branchen verhindern nicht nur Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Unternehmen mit überlappenden Sortimenten oder den Unternehmen in verschiedenen Bundesländern. Einheitliche Termine sind auch erforderlich, um einen unnötigen Reiseverkehr der Verbraucher und einen möglicherweise schwer zu handhabenden Andrang auf die zuerst geöffneten Geschäfte zu verhindern.“ 

Veltmann befürchtet u. a. zu viel Interpretationsspielraum hinsichtlich der Abstände zwischen Personen, der maximalen Zahl von Personen auf der Fläche, der Zugangsbeschränkungen, eventueller Reinigungspflichten für Griffflächen, der Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten, der zum Verkauf freigegebenen Sortimente etc. Zudem könnten nur einheitliche Vorgaben konsequent und wirksam an den Verbraucher kommuniziert und auch von diesem eher akzeptiert und deshalb eingehalten werden. 

Länderübergreifende Einheitlichkeit des Vorgehens sei gerade für die Vielzahl des kooperierenden Mittelstandes aus Handel, Handwerk und Dienstleistungsbranchen besonders wichtig. Denn: Die Kooperationszentralen könnten dann umso mehr ihren Mitgliedern Hilfestellungen bieten – vom Ladenbau, bis hin zum Management von Abständen oder den Unterweisungen der Beschäftigten. Überdies hapere es weiterhin an den Soforthilfe-Programmen, die durch die Untergrenze und Uneinheitlichkeit der Länder insbesondere kleinere mittelständische Unternehmen benachteilige.

Schon im Vorfeld der heutigen Exit-Strategie hatten Handelsverbände angemahnt, dass großflächige Geschäfte gegenüber Baumärkten nachteilig behandelt würden, obwohl diese grundsätzlich ausreichend Möglichkeiten für den Hygiene-Abstand bieten könnten. Hier dürfte der Schnitt bei 800 qm erneut für Zündstoff insbesondere im Möbelhandel sorgen.

Am 30. April werden die nächsten Schritte für den Corona-Exit-Plan entschieden, die dann ab dem 4. Mai gelten.

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