Alliance, EMV und Garant stellen in Lockdown-Tagen klare Forderungen an die Politik.

Alliance, EMV, Garant

Mittelstandsverbände fordern kurzfristige Exit-Lösung von der Politik

Noch am Montag hatte BBE-Experte Sebastian Deppe im "möbel kultur"-Webinar erläutert, dass Einzelmaßnahmen von Möbelhändlern gegen die Lockdown-Anordnung der Politik nicht ausreichten. Nun haben sich die drei Mittelstandsverbände Alliance (+ Der Küchenring), der EMV (+ KSV) und Garant (+ Küchenareal) zusammengetan und in einen offenen Brief an die politischen Entscheidungsträger einen Forderungs- und Maßnahmenkatalog aufgestellt.

Die Ausgangssituation wird in dem Schreiben klar geschildert: Durch den Lockdown sei "eine sehr gravierende Störung des Warenflusses entstanden, die schwerwiegende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Existenz von vielen Betrieben und damit Arbeitsplätzen haben kann." Sowohl im Handel als auch in der Industrie.

Deshalb fordern die Verbände von der Polik zwei wesentliche Punkte.

Zum einen müsse sichergestellt werden, dass "die zugesagten Hilfen schnell und unbürokratisch ankommen. Die zugesagten Kreditprogramme erreichen den Handel aktuell noch nicht. Das politische Ziel der schnellen Kreditvergabe funktioniert noch nicht."

Zum anderen sei "eine klare Planung und die kurzfristige Umsetzung einer Exit-Strategie" vonnöten. Die Verbände unterbreiten in Ihrem Schreiben konstruktive Vorschläge, unter welchen Voraussetzungen kurzfristig die Lockdown-Beschränkungen zum 20. April 2020 beendet werden könnten. Zu den genannten Maßnahmen zählen:

  • die Regulierung des Besucherstroms auf maximal 1 Kunde/50qm
  • die Schließung der Restaurants und Kinderhorte im Möbelhandel bis auf Weiteres
  • umfangreiche Maßnahmen zur zusätzlichen Steigerung der bereits hohen Hygienestandards
  • die Warteschlangen-Reglementierung und der Schutz der Kassenmitarbeiter/innen.

Die Politik hat sich darauf festgelegt, nach den Ostertagen über das weitere Vorgehen angesichts der Corona-Epidemie zu entscheiden. Im Möbelhandel wird insbesondere die Öffnungsgenehmigung für Baumärkte als ungerecht empfunden, da dort in den vergangenen Tagen keineswegs nur Profi-Handwerker in die Läden gekommen sind, sondern auch viele Endverbraucher. Während die DIY-Branche somit das gestiegene Interesse der Konsumenten an Einrichtungsthemen bedienen kann, geht der Möbelhandel - zumindest stationär - leer aus. Und das obwohl die Betriebsflächen mit denen des Möbelhandels vergleichbar sind und die dort geltenden einschränkenden Maßnahmen auch auf Einrichtungshäuser übertragbar wären.

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