Am 15. November fand die Mitgliederversammlung des DCC statt.

DCC

Mitgliederversammlung in Herford

Am 15. November fand die Mitgliederversammlung des Daten Competence Center (DCC e.V.) statt. Unter den gut 40 Teilnehmern aus Industrie, Handel, Logistik und IT waren auch Akteure aus der Gründungszeit Ende der 1990er Jahre präsent. Neben Formalien, Geschäftsbericht und einer Rückschau auf die eigene „Success-Story“ stand der Vortrag des Keynote-Speakers Prof. Frank Prekwinkel zu „Chancen und Risiken moderner IT-Technologien für die Möbelbranche“ auf dem Prodramm.

Nach Begrüßung durch den DCC-Vorsitzenden Dr. Michael Dannhauser ergriff Prof. Prekwinkel als erster das Wort. Ganz Hochschullehrer und souverän wie gewohnt stellte er eingangs die Thesis „Alles dauert in unserer Branche – doch es macht Spaß“ in den Raum – vom Auditorium mit bestätigendem Lächeln bedacht.

Natürlich gelte diese Aussage auch für die IT, so Prekwinkel. In diesem Kontext lotete er die Rahmenbedingungen aus, unter der die Möbelbranche in Deutschland agiert: nah am Kunden, kaum fragmentiert, in einem weitgehend stabilen Markt aktiv. „Unicorns“ wie die bekannten US-amerikanischen FAAG- oder MAAG-Giganten aber seien aus der Möbelindustrie nie zu erwarten – stattdessen aber ein grundsolide wachsender Mittelstand, der Chancen und Risiken der IT abwäge.

Dies habe viel Gutes, im beschleunigten Zeitalter der Digitalisierung aber auch Schattenseiten. So steckten Möbelplanung, Fertigung und Vertrieb via Web bzw. Cloud noch in den Kinderschuhen, Hybridlösungen unter Verschmelzung von Desktop-PC und Cloud sind erst im Werden. Bei der kompletten Digitalisierung von Bauwerken – Basis für die spätere Interieur- bzw. Einrichtungsplanung – hänge Deutschland weit hinterher. Der Milliardenmarkt BIM, also „Building Information Modeling“ zum digitalisierten Klonen von Gebäuden, sei in anderen europäischen Ländern bereits gesetzlich vorgeschrieben und hierzulande fast unbekannt – wie eine kleine Publikumsumfrage bewies.

Prof. Prekwinkel, der mit seinem Technologieunternehmen Imos AG genau in diesen Feldern geschäftlich erfolgreich im Interesse von Möbelindustrie und -handwerk agiert, brach eine Lanze für die umfassende Digitalisierung in der Möbelindustrie. Letztlich hinge daran das Überleben als Branche – denn schon bald ließe sich jeder Kundenwunsch im vernetzten ‚globalen Dorf‘ von jeder Stelle aus digital bedienen.

Nach langem Beifall und der Verabschiedung Prekwinkels zum eigenen 25-jährigen Firmenjubiläum ließ DCC-Pressesprecher Dr. Frank B. Müller für den erkrankten Hauptgeschäftsführer der Möbelverbände Dr. Lucas Heumann die letzten 20 Jahre des Daten Competence Centers Revue passieren.

Andreas Ruf, innerhalb des DCC verantwortlich für die Logistikinitiative Zimlog, berichtete anschließend kurz zu den einzelnen, laufenden Projektbestandteilen dieses Themenfelds: die Definition von Standardprozessen wie Bestellung und Lieferung, die Beschreibung digitaler Nachrichten, die Frachtenbörse move-hub.eu, der Schwerpunkt „Entladehelfer“ sowie der „Rampenknigge“. Die Brisanz im Bereich Neumöbellogistik machte allein die allseits bestätigte Aussage deutlich, dass es erstmals mit dem Weihnachtsgeschäft 2018 zu Lieferausfällen auf Grund von Fahrermangel kommen käme.

 

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