Konjunkturprogramme
Mit Konsumschecks aus der Krise?
Ein im ersten Moment absurd klingender Plan wird derzeit in der Politik diskutiert: Um die Kauflust der Verbraucher anzukurbeln, erhält jeder Deutsche einen Konsumscheck, und zwar über 125, 250 oder
Ein im ersten Moment absurd klingender Plan wird derzeit in der Politik diskutiert: Um die Kauflust der Verbraucher anzukurbeln, erhält jeder Deutsche einen Konsumscheck, und zwar über 125, 250 oder 500 Euro. Wichtig dabei: Der Gutschein wird nur dann wirksam, wenn er mit einem Eigenanteil von 200 Euro aufgestockt wird. Für Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger würde die Zuzahlung allerdings entfallen. Die Bürger können den Scheck innerhalb von acht Wochen einlösen, aber nicht bei Banken oder Versicherungen. Die Idee dahinter: Anders als bei Steuersenkungen würde dies sofort wirken und den privaten Konsum ankurbeln. Auch würden hiervon alle Bevölkerungsschichten profitieren. Die Aktion würde um die 30 Mrd. Euro kosten.
Der Vorschlag stammt von dem SPD-Ökonomen Karl Lauterbach – und sorgt jetzt für eine erregte Debatte. Während sich der Wirtschaftsweise Peter Bofinger für die Gutscheine ausgesprochen hat, trifft der Vorschlag ansonsten weitestgehend auf Ablehnung. Harsche Kritik übte beispielsweise der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Es sei geradezu verrückt, fahrlässig und falsch, eine politische Debatte darüber anzufangen, dass der Staat Konsumschecks ausgibt. Auch die Wirtschaftsvertreter sprechen sich gegen das Modell aus. So erklärte der Präsident der Deutschen Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, ein Großteil der Summe würde in Dinge investiert, die man ohnehin kaufen wollte.
Vertreter der Möbelbranche haben sich zu der Idee noch nicht geäußert. Aber ob ein solches 30 Mrd. Euro-Geschenk mehr wäre als ein kurzes Strohfeuer, ist wohl fraglich.

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