Handelsverband NRW

Mit Einkaufserlebnissen die Abkehr zum Online-Handel verhindern

70 Delegierte der nordrhein-westfälischen Handelsverbände haben sich am Mittwoch zu ihrer Jahresdelegiertenversammlung im „Conference plus“ im Flughafen Düsseldorf getroffen. Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, rief in seiner Rede dazu auf, die von amtlichen Statistiken attestierten Umsatzsteigerungen im Einzelhandel deutlich zu hinterfragen: „Denn die eigentlichen Zuwächse werden nach wie vor größtenteils im Online-Handel gemacht.“

Der Handelsverband NRW habe nicht nur die Aufgabe, Foren zu schaffen für neue Lösungsansätze, sondern stehe auch in der Pflicht, auf generelle Missstände in der Branche hinzuweisen. Sich wandelnde Kundenbedürfnisse oder die durch das wachsende Onlinegeschäft entstehende Strukturveränderungen im Einzelhandel wirken sich zunehmend sichtbar aus: etwa in Kleinstädten, die anfälliger für Leerstände werden, mangelnder Nahversorgung in ländlichen Regionen oder zunehmend fehlendem Nachwuchs für die Handelsbranche. Ein großer Grund zur Besorgnis liege auch in dem Umstand, dass zahlreichen Kommunen ihre bereits geplanten Sonntagsöffnungen aus Sorge vor Klagen ver.dis vorsorglich streichen.

Im Zuge dessen begrüßte Radau ausdrücklich die angestrebte Novellierung des Ladenöffnungsgesetzes, welches die Rechtsicherheit für zukünftige Sonntagsöffnungen schaffen soll. Letztere sind eines der entscheidenden gemeinschaftlichen Marketing-Instrumente des Handels in Zeiten sich wandelnder Konsumentenbedürfnisse. Studien belegen, dass die Wochenenden inzwischen Haupteinkaufszeiten sind.

Wie gut funktionierende Handelswelten geschaffen werden können, sehe man zudem an Geschäftsmodellen, die ihren Kunden mehr als nur das bloße Erwerben von Produkten ermöglichen: Mit der Verknüpfung von Einkaufen und Events, einem attraktiven Ladenkonzept, profunder Beratung und der Verschmelzung von stationären Abverkäufen und zusätzlichem Onlinehandel könnten Händler ein überzeugendes, nachhaltiges Einkaufserlebnis bieten. Diese Stärke – echte Emotionen und Erlebnisse zu schaffen – habe der stationäre Einzelhandel dem Onlinegeschäft voraus.

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