Erste virtuelle Pressekonferenz der neuen CEO Carla Kriwet (2.v.l.). Daneben: Matthias Ginthum (CMO), Gerhard Dambach (CFO) und Silke Maurer (COO) sowie links Julia Henry, zuständig für globale Pressearbeit.

BSH

Mieten statt Kaufen als neue Alternative

Trotz Produktionspausen und Lieferstaus hat die BSH das „umsatzstärkste Jahr ihrer über 50-jährigen Geschichte“ hinter sich. Diese Bilanz für 2020 wurde heute im Rahmen der virtuellen Pressekonferenz gezogen. Demnach erzielte der Hausgerätekonzern mit 13,9 Mrd. Euro Umsatz 5,3 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr, ohne Währungseinflüsse lag der Zuwachs sogar bei 8,5 Prozent.

Dabei hat die BSH in allen Weltregionen und Produktkategorien Erfolge verzeichnet. In Europa konnte der Konzern die Position als Marktführer nochmals mit 4,8 Prozent Umsatzplus (wechselkursbereinigt +8,6 Prozent) verbessern. In Amerika wurde ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum von 7,7 Prozent erwirtschaftet (wechselkursbereinigt +10,3 Prozent) und in der Region Asien-Pazifik/Afrika überschritt der Umsatz mit 5,3 Prozent (wechselkursbereinigt +7,7 Prozent) das Vorjahresniveau. Vor allem in China habe sich die Stellung als stärkster nicht-einheimischer Hersteller von Hausgeräten weiter gefestigt. Wie überhaupt Südostasien (u. a. Indien) als weiterhin stark ausbaufähig gilt, weshalb die BSH die Kapazitäten dort entsprechend anpasst.

Wie allgemein in der Branche hat die Corona-Pandemie die Bedeutung des Zuhauses und insbesondere der Küche enorm zugenommen, was sich entsprechend im Absatz der Hausgeräte widerspiegelt, so betonte Dr. Carla Kriwet, Vorsitzende der BSH-Geschäftsführung, bei ihrer ersten Pressekonferenz seit Amtsantritt im Juli 2020. Deshalb habe sich auch Deutschland als „guter Markt“ manifestiert und sei im ersten Corona-Jahr doppelt so stark gewachsen wie sonst, wie Matthias Ginthum, Chief Market Officer, die Situation darstellte, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Ob Kochen, Kühlen oder Spülen: In allen Bereichen gab es einen signifikanten Umsatzanstieg um jeweils rund 6 Prozent (wechselkursbereinigt um 8–10 Prozent). Noch besser entwickelte sich der Umsatz bei den Consumer Products (Kleingeräte) mit über 9 Prozent Wachstum (wechselkursbereinigt +12 Prozent) – vor allem mit Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen und Staubsaugern. Auch mit der Einführung des intelligent vernetzten „Cookit“ im Sommer 2020 zeigt sich das Unternehmen zufrieden und wird damit in Kürze ebenso in Frankreich starten. Wie bei allen vollvernetzen Geräten können damnächst auch eigene Rezepte in der App gespeichert werden.

Neu ist zudem das Konzept „Blue Movement“, bei dem Geräte (insbesondere Waschmaschinen) gemietet statt gekauft werden können. Wie bereits in den Niederlanden erfolgreich angelaufen, soll dies nun auch in Deutschland sowie in Österreich gestartet werden.

Corona-bedingt ist insbesondere das Onlinegeschäft enorm gewachsen, bei der BSH steigerte sich dies um 25 Prozent. In der Branche allgemein tendiere die Entwicklung von 20 auf 30 Prozent Anteil. Wobei auch der stationäre Handel verstärkt online verkauft.

Die Investitionen lagen mit 708 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zugleich waren Ende 2020 rund drei Prozent mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der BSH beschäftigt (weltweit etwa 60.000).

Als Erfolgsbausteine, auch für die Zukunft, gelten weiterhin das digitale Ökosystem HomeConnect, bei dem sich die BSH als führend bezeichnet, sowie die Stärke als „Service-Champions“, denn nach wie vor sei das Unternehmen mit den meisten Kundendienst-Mitarbeitern ausgestattet. Zudem spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle, sei es bei der Produktentwicklung und Reparaturfähigkeit oder auch bei den BSH-Standorten, die seit Ende 2020 allesamt CO2-neutral sind.

Immer noch Probleme bereitet die Logistik und Beschaffung von Zulieferteilen. „Wir müssen um jeden Container kämpfen“, beschrieb COO Silke Maurer den drastischen Mangel, mit rasanten Preiserhöhungen als Folge. Gleichwohl sieht die BSH-Führung auch das laufende Jahr nach den Zuwächsen in den ersten Monaten optimistisch.

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