EMMK

Messe als Motor

Die EMMK-Messe in Leipzig ist heute gut aus den Startlöchern gekommen. Zwar kamen die Anmeldungen der Gesellschafter und Partner für die doppelte Verbandsmesse in vielen Fällen recht spät, aber die

Die EMMK-Messe in Leipzig ist heute gut aus den Startlöchern gekommen. Zwar kamen die Anmeldungen der Gesellschafter und Partner für die doppelte Verbandsmesse in vielen Fällen recht spät, aber die Mobilisierung ist beiden Verbänden am Ende gelungen: Insgesamt rechnen der EMV und die Garant Gruppe mit deutlich mehr als 2.000 Gästen, was ein Plus von 30 Prozent gegenüber 2021 bedeutet. Die Fachhändler können in der Halle 5 des Leipziger Messegeländes auf 15.000 qm Ausstellungsfläche nicht nur die Kollektionen von mehr als 120 Ausstellern begutachten, auch Services und Marketingkonzepte stehen im Fokus.

Auf der heutigen Pressekonferenz gaben die Geschäftsführer beider Verbände Einblicke in die aktuelle Gemütslage des Mittelstandes. „Die Händler haben das Gefühl, dass sie sich hier umschauen müssen, dafür ist die Lage einfach zu volatil in Bezug auf Sortimente und Preislagen“, erklärte EMV-Geschäftsführer Ulf Rebenschütz. Zum einen sorgen die Turbulenzen, in die einige Industrievertreter geraten sind, für Unruhe: Denn natürlich war Nolte Germersheim ein heißes Thema auf dem Messeparkett. Arco Polstermöbel war schon gar nicht mehr angereist. „Für unsere Einkäufer ist das frustrierend. Die Vielfalt nimmt ab“, diagnostizierte Garant-Geschäftsführer Jens Hölper im Hinblick auf die Insolvenzwelle der vergangenen Wochen. Zum anderen sorgt die schwächelnde Konjunktur für Bewegung im Portfolio, wie er am Beispiel Küche verdeutlichte: „Der Boom ist vorbei und die Preise sind von Ende 2021 bis heute kumuliert zwischen 15 und 30 Prozent gestiegen – je nach Hersteller. In solch einer Phase sind die Partner auch wieder offen für neue Lieferanten.“ Und so stimmten alle vier Geschäftsführer überein: Es geht auf dieser Messe ganz entscheidend um den Sortimentsaufbau für die kommenden zwei bis drei Jahre.

Vor allem Ulf Rebenschütz konnte der mitunter trüben Marktlage aber auch Positives abgewinnen. „Es ist auch nicht gut, zu satt zu sein.“ Der Wettbewerb verschärfe sich wieder und somit seien neue Ideen und Produkte gefragt, die für Schwung am POS sorgen. Und davon mal abgesehen sei die Möbelwelt auch nicht komplett schwarz. Zwar liege man mit den Umsatzzahlen unter dem Vorjahr, andererseits sei man „locker auf dem Niveau von 2021“, was ja bekanntermaßen kein schlechtes Möbeljahr gewesen ist. Allerdings sei der Kostendruck höher, weil nun wieder verstärkt ins Marketing investiert werden müsse. Damit dies möglichst zielgerichtet passiert, zeigten die Teams aus den Verbandszentralen und die eingeladenen Dienstleister alle neusten Tipps und Tricks für die Lead-Generierung. Das Stichwort von EMV-Geschäftsführer Felix Doerr lautet dazu: „Connected Sales & Marketing“.

Gerade sei sogar eine gewisse Belebung an mancher Stelle zu beobachten, berichtete Rebenschütz. Im Küchen-Segment träte man zwar weiterhin auf der Stelle, da wirkten die makroökonomischen Faktoren einfach zu stark, aber Polstermöbel und auch Schlafzimmer laufen momentan mancherorts wieder recht gut. Und andernorts beobachte man, dass sich wieder ein Nachfragestau aufbaue, der sich hoffentlich schon 2024 entladen könnte. Hinzu kommt: Die geringe Bautätigkeit bedeute ja nicht, dass nun grundsätzlich nicht mehr gebaut werden müsste. Das Gegenteil ist der Fall, sodass eine Branchenkonjunktur nach der derzeitigen Schwächephase wieder einsetzen werde. Nur wann der Knoten platzt, sei derzeit nicht zu sagen. Zumindest prognostizieren die beiden Mittelstands-Verbände im kommenden Jahr „keine weitere Eintrübung“, wie Garant-Geschäftsführer Torsten Goldbecker erklärte: „Die Basis wird 2024 gehalten – mit der Ausnahme von Küche.“

Morgen läuft noch der zweite Messetag in Leipzig, bevor es dann für viele Lieferanten in einigen Tagen in Bielefeld weitergeht, wo der VME aktuell seine Verbandsmesse vorbereitet.