Exportstatistik

Mehr Fokus auf das Ausland nötig

„Unsere internationale Wettbewerbssituation hat sich im vergangenen Jahr erneut verbessert und die Gesamtsituation der Branche stabilisiert“, analysiert VDM-Geschäftsführer Jan Kurth die Exportstatistik 2019. Denn der Verkauf von deutschen Möbeln ins Ausland legte insgesamt um 2,1 Prozent zu und die Importe blieben relativ stabil auf Vorjahresniveau (+0,8 %). Das Außenhandelsdefizit der Möbelindustrie verminderte sich somit um 7,24 Prozent bzw. über 130 Mio. Euro. 

Frankreich (Exportanteil 14,5 %) und die Schweiz (Anteil 10,4 %) konnten als die beiden wichtigsten Exportmärkte im vergangenen Jahr weiter zulegen. Neben Belgien zeigten die USA ein hohes Wachstum. Dazu Kurth: „Im Geschäft mit den USA steckt unabhängig von aktuellen Handelsdifferenzen unglaublich viel Potenzial und der VDM-Arbeitskreis Export hat Nordamerika schon vergangenes Jahr als wichtige Zielregion bestimmt.“ Die Ausfuhren in die Volksrepublik China jedoch – auf Platz 12 ein wichtiger, bisher stark wachsender Absatzmarkt – brachen mit -16,5 Prozent regelrecht ein. Als Hintergrund werden die Handelsturbulenzen zwischen China und den USA vermutet, wobei der Corona-Schock die Nachfrage nach deutschen Möbeln in China weiter dämpfe.

Soweit das Fazit über alle Warengruppen hinweg. „Exportweltmeister“ bleibt jedoch nur die Küchenmöbelindustrie mit 2,1 Mrd. Euro Umsatz, was einem Plus von 2,16 Prozent entspricht. Hier konnten jeweils die drei wichtigsten Märkte den Umsatz steigern: Frankreich um 2,7 Prozent auf 528,4 Mio. Euro (Platz 1 mit 25,3 % Anteil am Gesamtexport), Niederlande um 7,5 Prozent auf 310 Mio. Euro und Österreich um 2,45 Prozent auf204,5 Mio. Euro. Die Schweiz (-2,4%), UK (-5,8%) und China (-5,5%) auf Platz 5-7 haben hingegen verloren. Um über zwölf Prozent legten jeweils USA und Tschechien zu.

Angesichts der sinkenden Importquote liegt das Saldo der Außenhandelsumsätze bei Küchen mit 2,024 Mrd. Euro im Plus – dies im Unterschied zu Polster, wo der Import überwiegt (-1,395 Mrd. Euro) und Wohnen (-738 Mio. Euro).

So zeigt das Segment „Polster“ auch 2019 die Dominanz der Importe. Sie wuchsen zwar nur leicht (1,05 %), betrugen aber zum Ende des vergangenen Jahres 2,093 Mrd. Euro. Auf der anderen Seite wurden Exporterlöse von 698 Mio. Euro erzielt (-1,99 %). Der Außenhandel im Segment „Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel“ wird summarisch ebenfalls vom Wachstum der Importe (6,2 %) geprägt, wobei polnische Waren dominieren (Anteil 39,2 %). Jedoch legten auf niedrigerem Niveau auch die Exporte zu. 2019 wurden Wohnmöbel für 939 Mio. Euro ausgeführt, was einem Wachstum von 6,4 Prozent entspricht.

„Aufgrund der zu erwartenden geringen Wachstumsimpulse im Inland ist die Intensivierung der Auslandsgeschäfte für die deutsche Möbelindustrie dringlicher denn je. Auch Störungen, wie der Brexit für Küche und Polster, sind ohne florierende Exporte viel schwerer zu bewältigen“, erklärt Geschäftsführer Kurth abschließend.

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