Küchenquelle

Mehr Chancen für Mixed Reality (Interview mit A. Rode)

Neben dem stationären Verkauf und der Hausberatung gehören Videochats und Onlineplanung schon länger zur Strategie von Küchenquelle. Ist der Multichannel-Anbieter aus der Kiveda Group also ein Gewinner der Corona-Krise? Fragen zum Status quo – und wohin es weitergehen soll – beantwortete Geschäftsführer Andreas Rode.

Wie stellt sich der aktuelle Digitalisierungsschub in der Branche durch Corona aus Sicht von Küchenquelle dar?
Andreas Rode: Als Innovationstreiber der Branche setzt Küchenquelle – ganz unabhängig von Corona – seit Jahren auf die Digitalisierung in allen Bereichen. Das umfasst nicht nur unseren Webauftritt mit diversen Online-Planungstools wie Küchen-Konfigurator oder 3D-Küchenplaner, sondern alle Geschäftsprozesse. Die gesamte Wertschöpfungskette wird seit letztem Jahr cloudbasiert und digital abgebildet.

Wie stark macht sich die Öffnung des Endverbrauchers für die virtuelle Beratung bemerkbar?
Andreas Rode: Die Haltung der Konsumenten hat sich schon in den letzten Jahren signifikant verändert. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen hat sich – unabhängig davon – die Nachfrage nach Online-Beratungen vervierfacht. Trotzdem steht bei Küchenquelle die Beratung vor Ort an erster Stelle. Zuhause können wir unseren Kunden bei der Suche nach ihren Traumküchen bestmöglich individuell zur Seite stehen. Ob Online-Beratung in der aktuellen Zeit oder Beratung vor Ort – das genaue Aufmaß und damit die abschließende persönliche Beratung durch geschulte Küchenberater beim Kunden zuhause gehören bei Küchenquelle zu jedem Auftrag dazu.

Hat Küchenquelle hier eine spezifische Lösung für den virtuellen Raum oder arbeitet das Unternehmen mit konventionellen Tools zusammen?
Andreas Rode: Wir arbeiten bei der Online-Planung mit Microsoft Teams. Der Kunde bekommt so auf smarte Weise direkt auf seinen Bildschirm gespiegelt, wie unser speziell geschulter Küchenberater im individuellen Austausch mit ihm seine Traumküche professionell plant. Dazu kommen natürlich das Aufmaß und der Abschluss der Beratung beim Kunden zuhause

Was macht gerade bei der virtuellen Beratung das Besondere von Kiveda bzw. Küchenquelle aus?
Andreas Rode: Gemeinsam mit unserem Partner Island Labs sind wir dabei, die Online-Planung auszubauen. Ab sofort arbeiten wir hier mit „.rooms online“, dem neuen 3D-Pla­nungstool von Island Labs. Hier ist es möglich, als Multiplayer zu mehreren den virtuellen Raum, sprich die Küche des Kunden, zu betreten und kollaborativ zu planen. Wie bereits beschrieben wird die Online-Beratung bedingt durch Corona verstärkt nachgefragt. Mit Mixed Reality, die wir vor Ort beim Kunden einsetzen werden, stehen wir in den Startlöchern für den Roll-out. Die Minimum Viable Product Phase wurde 2019 bereits samt Testlauf im Vertrieb abgeschlossen und wir starten gerade die intensive Schulung unseres Außendienstes. Ganz im Sinne des Lean Startup-Gedankens gehen wir mit der aktuellen MR-Technologie nach und nach in die professionelle Beratung beim Kunden zuhause und bringen die Erfahrungen aus der Praxis wiederum in die Weiterentwicklung der Software ein. Der bundesweite Roll-out ist für Herbst 2020 geplant.

Und wie viele mobile Verkäufer haben Sie im Einsatz – wozu brauchen Sie die drei stationären Geschäfte überhaupt noch?
Andreas Rode: Aktuell haben wir deutschlandweit mehr als 120 Küchenberater im Einsatz, die die Küchenberatung und -planung – digital unterstützt – zuhause bei den Kunden professionell durchführen. Dazu kommen sechs speziell ausgebildete Küchenplaner, die die Beratung mit „.rooms online“ per Microsoft Teams durchführen. Küchen zum Anfassen bieten wir aber weiterhin, wollen dies jedoch auch im Küchenstudio mit den digitalen Möglichkeiten verbinden. Wir arbeiten gerade Konzeptstudien für die drei stationären Geschäfte Nürnberg, Freiburg und Berlin aus. Danach entscheiden wir, wie wir diese Standorte im Detail weiterentwickeln. Den Standort Nürnberg wollen wir mittelfristig zu einer Markenerlebniswelt ausbauen. Hier gibt es Küchenquelle seit der Geburtsstunde des Unternehmens 1978. Eine Dreiviertelmillion Kunden vertraut uns seit mehr als 40 Jahren in punkto Service, Qualität und Zuverlässigkeit. Dem wollen wir durch Kontinuität Rechnung tragen. Als Traditionsunternehmen weiter digitale Innovation voranzutreiben, ist dabei unser erklärtes Ziel.

 

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