Alno

Max Müller über Deisels "idiotische Entscheidungen"

Gegenüber der Branchen-Fachpresse hält sich der neue Alno-Investor und Vorstandsvorsitzende Max Müller zwar noch bedeckt - dafür ist er gegenüber der Lokalpresse umso redseliger. Im Exklusivinterview mit dem "Südkurier" von heute ließ er mehrmals durchblicken, dass er von seinem Vorgänger Jörg Deisel nicht viel hält und dass demzufolge nun auch strategische Veränderungen ins Haus stehen. Dies betrifft neben der Deplatzierung der Konzernzentrale, die jetzt von Düsseldorf nach Pfullendorf zurückverlagert wird, auch die Aufgaben der Werksstandorte. "Produktionsprozesse sind nicht optimiert, unsere Logistik ist nicht gut, unser Service stimmt nicht. Wir haben den Kunden aus dem Auge verloren", bringt Müller in wenigen Worten seine Kritk auf den Punkt. Zudem sei das Image bei Banken miserabel. Überdies habe Deisel die Führungsmannschaft "verheizt", sodass neun Topleute für Ende März ihre Kündigung eingereicht hatten. Eine Sanierung sei jedoch nur möglich, wenn "die Leute mit im Boot sind".

Ein Abschluss-Statement, das an Handelspartner ebenso wie Mitarbeiter positive Signale setzt: "Wir müssen arbeiten und nicht nur das Blaue vom Himmel versprechen, sondern den großen Ankündigungen auch Taten folgen lassen. Wir müssen idiotische Entscheidungen rückgängig machen." Und: "Es muss auch aufhören mit Restrukturierung, nach fünf Jahren ist es genug. Wir müssen endlich unsere Arbeit richtig machen."

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