Furniture Future Forum
Matthias Horx bei den „Möbelvisionen“
Am vergangenen Donnerstag referierte Zukunftsforscher Matthias Horx im Rahmen der „Möbelvisionen“ im Furniture Future Forum. Sein neues Zukunftsprojekt „Beyond Trends“ zielt darauf ab, Menschen und Organisationen dazu zu befähigen, eine
Am vergangenen Donnerstag referierte Zukunftsforscher Matthias Horx im Rahmen der „Möbelvisionen“ im Furniture Future Forum. Sein neues Zukunftsprojekt „Beyond Trends“ zielt darauf ab, Menschen und Organisationen dazu zu befähigen, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Horx betonte vor den rund 160 Teilnehmer:innen: „Wir befinden uns in einer Übergangszeit voller Turbulenzen, die nicht unseren Erwartungen und Hoffnungen entsprechen. Aber solche Phasen sind in der Geschichte der Menschheit völlig normal. Die lange Phase der Stabilität in Europa ist historisch gesehen eine Ausnahme gewesen.“ Brandbeschleuniger der Omni- oder Polykrise war die Corona-Pandemie. In einer aseptischen Welt wurde den Menschen vor Augen geführt, wie verletzlich sie trotz aller medizinischen Fortschritte sind. Heute sei kaum ein Lebensbereich mehr krisenfrei – Klima, Politik, Demographie, Infrastruktur, Gesundheit. Aber es steckt auch etwas Positives darin: „Aus dem Chaos von heute entsteht wieder Ordnung, auch wenn es sich mitten in der Transformation natürlich nicht gut anfühlt.“
Die Megatrends sind laut Horx an einem Wendepunkt angelangt. Das gilt für die Konnektivität, denn das Internet mit all seinen negativen Auswüchsen wird immer mehr zu einem Ort, dem man als Individuum entfliehen möchte. Auch die Wahrnehmung der Mobilität hat sich verändert. Die Gesellschaft steht im Stau oder leidet unter der maroden Deutschen Bahn. Die Urbanisierung hat zu einem Stadt-Land-Konflikt geführt. Nachhaltigkeit bleibt auf der Strecke. Die Demokratie wird populistisch ausgehöhlt. „Aber das ist ganz normal“, sagt Horx. „Jeder Trend erzeugt einen Gegentrend, der den Megatrend zunächst blockiert. Der Megatrend muss sich dann anders und neu formieren, hat aber weiter Bestand. Neue Synthesen müssen gebildet werden.“
Beispiel Individualisierung: Neue Formen von Vergesellschaftung und Gemeinschaften entstehen – gerade auch im Bereich „Bauen & Wohnen“. Der Single-Haushalt ist für weite Teile der Gesellschaft längst nicht mehr das erstrebenswerte Ideal, weil dort die Gefahr der Vereinsamung droht. Neue Formen des Zusammenlebens sind daher eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance für das Design.
Die Zeitenwende gibt auch den Impuls für das „RAL Colour Feeling 2026+“, das Lina Schmidt, Farbtrainerin bei RAL Farben, vorstellte. Unter dem Motto „Know + Improve“ begegnet die neue Farbpalette 2026+ der Bonner Farbexperten den komplexen Anforderungen unserer Zeit.
Weitere Möbelvisionen gab es von Linak. Der Partner im Furniture Future Forum hat sich mit dem Thema Verpackung beschäftigt und ist dabei auf spannende neue Materialien gestoßen, wie Christine Meyer, Marketing Coordinator bei Linak, vorstellte.
Ein weiterer News-Ticker kam von Nerses Fatunz, dem neuen Sales Manager Industry bei Sonae Arauco DE. Er gab einen Überblick über die Dekortrends 2025: Es wird weicher und harmonischer. Die Unidekore entwickeln sich zu helleren und natürlicheren Tönen. Während die Welt rau und unwirtlich ist, wird die Designsprache beruhigend und fröhlich.

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