Christoph Ritschel von Möbelfirst gehört mit zu dem illustren Referentenkreis auf dem Marketplaces Day 2020.

Marketplaces Day 2020

„Marktplätze von Marken unter Einbindung von Händlern ist eine zukunftsfähige Idee“

Der Corona-Lockdown hat der Einrichtungsbranche brutal vergegenwärtigt, dass digitale Vertriebswege nicht mehr wegzudenken sind. In einem komprimierten Workshop-Tag möchte die „möbel kultur“ gemeinsam mit den Digital-Experten von Finc3 Commerce die wichtigsten Marktplätze für die Möbelvermarktung vorstellen und Tipps & Tricks verraten, wie sich das Geschäft auf den Plattformen intensivieren lässt - am 3. September in der Founders Foundation in Bielefeld. Aufgerufen sind Hersteller, Händler und Markenanbieter, die im digitalen Business noch nicht am Limit sind und Spaß und Interesse am Austausch über die Pros und Cons der Marktplätze haben. Melden Sie sich jetzt hier an.

Mit dabei ist Christoph Ritschel von Möbelfirst, der einen Vortrag zum Thema „Managed E-Commerce: Online gehen unter Einbindung des stationären Handels und der orginären Lieferanten – Chancen und Risiken des direkten Kundenzugangs mit und ohne Amazon und Co.“ halten wird. Wir haben dem Marktplatz-Experten im Vorwege vier Fragen gestelllt.

möbel kultur: Hat die Corona-Lage die Digitalisierung in Deutschland vorangebracht?
Christoph Ritschel: Ich glaube, dass allen Verantwortlichen klar geworden ist, dass die Digitalisierung ein Instrument ist, um in bestimmten Szenarien unabhängiger bzw. überhaupt agieren zu können. Deshalb schaue ich optimistisch in die Zukunft, dass zentrale Akteure in unserer Branche die Erträge aus dem jetzt guten Geschäft auch in Innovationen investieren werden.

möbel kultur: Hat sich die Bedeutung von Marktplätzen in der Corona-Situation noch einmal gewandelt?
Ich glaube die Bedeutung von Markplätzen war vor der Corona-Situation bereits hoch, viele wissen einfach nicht, wie sie im Tagesgeschäft damit umgehen sollen oder wie sie es in größeren Organisationen auf die Straße bekommen. Die Frage ist ja nach wie vor: Passen Marktplätze zu meinem Geschäftsmodell - heute und in Zukunft? Wir haben das Gefühl, dass hier viel „Try and Error“ herrscht, jeder möchte es mal ausprobieren und jeder hat auch schon mal etwas versucht. Wirklich erfolgreich im Möbel-Business sind aber die wenigsten. Hier geht es viel um Struktur, Durchführung, Verantwortlichkeiten, Bewertung und Maßnahmen. Diese fehlen aus unserer Erfahrung oft.

möbel kultur: Welche Marktplätze sind für das Home & Living-Segment besonders interessant?
Christoph Ritschel: Da gibt es sicher eine Menge. Mutig und für zukunftsfähig halte ich auch Markplätze von Marken unter Einbindung ihrer stationären Händler. Ein erfolgreiches Beispiel ist der Marktplatz der Marke Gallery M. Auch unsere eigene Plattform sollten sich Händler und Marken im mittleren und hohen Preissegment anschauen. Die Vermarktung im Netz läuft hier oft anders als im Preissegment bis 1.000 Euro. Auch Spieler aus anderen Branchen sollte man genauer beobachten, z.B. Schuhe24, die aktuell planen, in diesem Segment zu starten. Reine „Weiterleitungs-Marktplätze“ auf den eigenen Online-Shop halte ich für wenig zukunftsfähig. Über Amazon und Co. werden wir sicher viele interessante Insights auf Ihrer Veranstaltung hören.

möbel kultur: Bei aller Digitalität momentan – freuen Sie sich auf unseren analogen Market Places Day in Bielefeld am 3. September?
Christoph Ritschel: Ja, der persönliche Dialog ist immer noch der beste. Ich freue mich, viele bekannte Gesichter wieder zu treffen. Außerdem ist es immer schön, in meiner Heimat Ostwestfalen zu sein.

Diese Seite teilen