Schieder-Prozess

"Manipulationen an der Tagesordnung"

Am dritten Verhandlungstag zur Schieder-Pleite sagten gestern zwei Bilanzbuchhalter vor dem Detmolder Landgericht aus. Beide hatten in der Controlling-Abteilung des Schieder-Konzerns gearbeitet und gelten selbst als Beschuldigte. Nach Angaben der "Neuen Westfälischen" erklärten sie, Bilanzmanipulationen seien seit vielen Jahren an der Tagesordnung gewesen. Um die Fälschungen zu verschleiern, gab es verschiedene Maßgaben. Darunter die folgende: "Nie etwas schriftlich". Einer der beiden Buchhalter sagte aus, seine Vorschläge für Manipulationen habe er immer seinem Vorgesetzten Andreas Hillbrink unterbreitet, der diese dann absegnen ließ. Seine eigenen Straftaten dokumentierte er heimlich. Zudem berichtete der Zeuge von einer Episode mit dem damaligen Finanzchef Heinrich Griem: Dieser habe den Buchhaltern von seinem Traum erzählt, dass bald die Steuerfahndung kommt. Deshalb sollten alle verdächtigen Unterlagen vernichtet werden.

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