Möbel Martin

Mainz im Visier

Seit fast drei Jahren versucht Möbel Martin in Mainz einen Fuß in die Tür zu bekommen – genauer gesagt im Hechtsheimer Wirtschaftspark der Stadt. Blockiert wird das Projekt bislang jedoch

Seit fast drei Jahren versucht Möbel Martin in Mainz einen Fuß in die Tür zu bekommen – genauer gesagt im Hechtsheimer Wirtschaftspark der Stadt. Blockiert wird das Projekt bislang jedoch durch das Zentrenkonzept, das zwar die Ansiedlung eines Möbelmarktes begrüßt, für den Standort gleichzeitig aber noch starre Grenzen festsetzt, schreibt heute die "Allgemeine Zeitung". Diese limitieren die Einzelhandelsflächen auf 1.200 qm Geschossfläche sowie die VK-Fläche für "zentrenrelevante" Sortimente auf fünf Prozent. Nun würden die Hoffnungen auf der künftigen Ampelkoalition liegen, dass das Zentrenkonzept überarbeitet wird.
"Wir sind sehr daran interessiert, in Mainz präsent zu sein", bestätigt Dr. Silvia Martin, geschäftsführende Gesellschafterin des Familienunternehmens, gegenüber dem Blatt. Demnach hätten in mehreren Gesprächen auch Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) und Liegenschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP) Interesse signalisiert. Zweiter habe gemeinsam mit Möbel Martin sogar passende Grundstück an der Barcelona-Allee ausgesucht.
Nach den Planungen des Begros-Mitglieds soll in Mainz ein Haus mit einer VK-Fläche von 40.000 qm entstehen. Das Vorhaben sei im Baudezernat bereits vorgestellt worden.[page_break]
Laut Ringhoffer herrsche bereits ein politischer Konsens, die "zentrenrelevanten" Sortimente für ein Einrichtungshaus auf zehn Prozent zu erhöhen. "Um ausreichend Frequenz für das Einrichtungshaus zu schaffen, brauchen wir mindestens zehn Prozent Fachsortimente, wie zum Beispiel Lampen, Haushaltswaren, Heimtextilien. Das ist in all unseren Einrichtungshäusern so, ich kann in Mainz nicht kleiner auffahren als die Konkurrenz auf der anderen Rheinseite", erklärte Dr. Silvia Martin. Darüber hinaus könne Möbel Martin aber auch nicht allein im Wirtschaftspark angesiedelt werden. Es seien weitere "Frequenzbringer" notwendig.
Unbegrenzt Zeit lassen will sich das Traditionshaus mit einer möglichen Ansiedlung in Mainz mittlerweile aber nicht mehr. "Der Markt hält sich ja nicht an Stadtgrenzen", so Dr. Silvia Martin. Nach ihren Rechnungen könne das Haus erst im Herbst 2011 ans Netz gehen, vorausgesetzt es fällt Anfang 2010 ein Ratsbeschluss. Ein Gutachten, das Möbel Martin in Auftrag gegeben hat, belegt für Mainz derzeit starke Kaufkraftabflüsse nach Wiesbaden (Mann Mobilia) und Weiterstadt (Segmüller).