AMÖ

Lkw wird zur “Melkkuh der Nation”

Gegen die erneut vom Bundesverkehrsminsterium angepeilte Maut-Gebühr für Lkws läuft jetzt auch der Bundesverband Möbelspedition (AMÖ) Sturm. Der Gesetzesentwurf sei eine "unglaubliche Zumutung für den gewerblichen Güterverkehr" und würde für

Gegen die erneut vom Bundesverkehrsminsterium angepeilte Maut-Gebühr für Lkws läuft jetzt auch der Bundesverband Möbelspedition (AMÖ) Sturm. Der Gesetzesentwurf sei eine "unglaubliche Zumutung für den gewerblichen Güterverkehr" und würde für viele Möbelspediteure das wirtschaftliche Aus bedeuten. So heißt es in einer Pressemitteilung von heute, in der Verbandsgeschäftsführer Reinhard Müller eine Lanze für die 1.350 Mitglieder des mittelständische Speditionsgewerbes bricht.
"Ein Möbelspediteur, der heute 100.000 km jährlich mit seinem Fahrzeug fahre, würde künftig rund 25.000 DM Maut zahlen müssen", rechnet Müller vor. Gerade angesichts der steigenden Preise, auch im Zuge der Ökosteuer, sei die neue Mautgebühr (25 Pfenning/km) untragbar. Deshalb müsse man mit einem erheblichen Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland rechnen. Auch das Argument, die Einführung der Autobahnmaut werde zur Beseitigung der bestehenden Harmonisierungsdefizite gegenüber den europäischen Mitbewerbern beitragen und Marktchancen der deutschen Industrie verbessern, treffe nicht zu, so Müller: "Wenn sämtliche Nutzer gleichmäßig höheren Kosten ausgesetzt werden, bleibt es bei den alten Unterschieden – nur auf einem anderen Niveau". Die Überkapazitäten der Verkehrsmärkte basierten dagegen auf dem Fehlen vernünftiger Rahmenbedingungen. Mit einer Verteuerung des Straßengüterverkehrs auf Bundesautobahnen werde dieser Mangel nicht beseitigt. Vielmehr sei zu erwarten, dass ein Teil des Transportaufkommens auf die Bundes- und Landstraßen abwandern werde. "Die fast leeren Autobahnen und die überfüllten Nationalstraßen in Frankreich und Spanien sprechen Bände".