Einrichtungspartnerring VME – Gesellschafter im Porträt
Lili Büker: „Wir sind ein Mehrgenerationenhaus für die Region“
Es gibt sie noch, die echten Familienunternehmen im Einzelhandel. Seit 116 Jahren werden im kleinen Ort Apen im Ammerland – zwischen Oldenburg und Leer – Möbel verkauft. Heute wird das Unternehmen in vierter Generation von Claus Eilers sowie Kai und Angela Büker geführt. Inzwischen ist auch die fünfte Generation mit Lili Büker und ihrem Mann Johann Susski mit an Bord. Die ganze Familie wohnt direkt auf der anderen Straßenseite – näher kann man einem Unternehmen kaum verbunden sein. Auch Senior Fritz Eilers lässt es sich nicht nehmen, regelmäßig auf der Verkaufsfläche nach dem Rechten zu schauen.
Familie mit klarer Aufgabenteilung
Angela Büker ist seit vielen Jahren im Einkauf aktiv, Kai Büker verantwortet den Verkauf, und Claus Eilers kümmert sich um IT, Personal und alles andere – eine Aufgabe, die im Laufe der Zeit immer umfangreicher wurde. Deshalb teilt er sich die Verantwortung nun mit seiner Nichte Lili und deren Ehemann Johann, die frische Ideen ins Unternehmen bringen. „Wir sind ein Mehrgenerationenhaus für die Region. Das macht den besonderen Charme von Interliving Eilers aus“, erklärt Lili Büker.
Ein Blick zurück: Vom Ursprung bis zur Neuaufstellung
Interliving Eilers wurde ursprünglich als Tischlerei im Ortskern von Apen gegründet. Nach den beiden Kriegen wandelte sich das Unternehmen zum Möbelhändler. 1972 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort in der Aperberger Straße 1 – ein Meilenstein in der Firmengeschichte. Doch nur fünf Jahre später wurde das Unternehmen schwer getroffen: Am 5. September 1977 brannte das Gebäude nach einem Kurzschluss nahezu vollständig nieder. Nur eine der beiden Hallen konnte gerettet werden. Aufgeben kam jedoch nicht infrage. Bereits im April 1978 wurde das Möbelhaus nach nur sechs Monaten Bauzeit neu eröffnet.
2009 feierte Interliving Eilers sein 100-jähriges Bestehen. 2014 folgte ein umfangreicher Um- und Anbau, bei dem nicht nur modernisiert, sondern das Haus auch strategisch neu aufgestellt wurde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gehörte Interliving Eilers zu den großen, innovativen und trendbewussten Möbelhäusern in der Region rund um Oldenburg und Leer.
Küchenabteilung als neues Prunkstück
Lili Büker übernahm 2021 die Leitung der Küchenabteilung und gestaltete gemeinsam mit der Firma Schleifenbaum die gesamte Ausstellung neu – heute ein echtes Highlight im Haus. Während das Unternehmen traditionell im Polstermöbelbereich stark ist, gab es bei Küchen noch Potenzial, was sich gerade aktuell auszahlt, weil die Küchenkonjunktur wieder etwas anzieht. Lili war als Kind schon nahezu täglich im Möbelhaus zu Hause – im Gegensatz zu ihrem Bruder, der sich weniger für das Einrichtungs-Business interessierte. Dieses Muster scheint sich zu wiederholen: Ihre Tochter liebt es, im Möbelhaus zu spielen, der Sohn zeigt andere Interessen.
Professionalisierung und moderne Mitarbeiterkultur
Mit 120 Mitarbeitenden wurde in den letzten Jahren eine neue Führungskultur eingeführt. „Ich bin mittlerweile fast täglich in Meetings mit Fachkräften – früher gab es das so nicht. Heute übertragen wir Verantwortung gezielt an unsere Expert:innen, die sich täglich mit ihren Themen befassen und sich deshalb viel besser auskennen“, erklärt Lili Büker. Auch für das Wohlbefinden der Belegschaft wird viel getan: Es gibt ein eigenes Fitnessstudio, bezahlte Fitnesstrainer für Monteure in ihren 50ern und 60ern, Zumba- und Yogakurse sowie gesunde Mittagsgerichte im hauseigenen Bistro. „Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeitenden wohlfühlen – das spüren dann auch die Kund:innen.“ Viele Teammitglieder halten dem Unternehmen seit Jahrzehnten die Treue – in diesem Jahr werden mehrere 35. Jubiläen gefeiert.
Starke Marken – starkes Netzwerk
Interliving Eilers ist ein langjähriges Mitglied im Einrichtungspartnerring VME und nutzt die Eigenmarken mit aller Konsequenz: Interliving (seit 2017 auch im Firmennamen), Trendhopper und Roomio sind als großzügige Flächenkonzepte umgesetzt. „Wir fühlen uns im VME sehr gut aufgehoben und profitieren besonders vom Austausch mit Gleichgesinnten – vor allem unter den Interliving-Partnern“, betont Lili Büker.
Große Auswahl, gepflegte Präsentation
Auf 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet das Haus eine breite Vielfalt an Einrichtungsstilen. Beliebt in der Gegend ist traditionell auch der Landhausstil. Die Fachsortimente sind wichtig – viele Stammkund:innen kommen gezielt, um neue Trends zu entdecken. Das Haus wirkt bis in den letzten Winkel gepflegt und aufgeräumt. Veranstaltungen wie Kunsthandwerkermärkte gehören dazu – im Winter wieder mit über 40 Teilnehmenden im Rahmen einer langen Einkaufsnacht. Das ist dann ein echtes Highlight für die Region: Winterwonderland bei Interliving Eilers.
Kein Preiskampf, dafür Servicequalität
Trotz herausfordernder Marktlage in Apen verzichtet das Haus noch immer bewusst auf Rabattaktionen. Viele Kund:innen halten dem Unternehmen die Treue – auch junge Familien, die ins Ammerland zurückkehren, erinnern sich an frühere Möbelkäufe mit ihren Eltern. Interliving Eilers setzt auf Full Service: Berater:innen kommen auf Wunsch nach Hause, Küchenexperten nehmen professionell Maß, geliefert wird pünktlich zum vereinbarten Termin, bezahlt wird bargeldlos direkt am LKW. Kundenservice, Finanzierung, Gutscheine – alles wird geboten. Eine Besonderheit, an die sich die Kund:innen gewöhnt haben: Der Montag bleibt bei Interliving Eilers weiterhin geschlossen. Die Maßnahme wurde damals im Zuge der Energiekrise beschlossen. Andere Häuser im Nordwesten verfolgten diesen Schritt damals aufmerksam, zogen aber nicht mit.
Regional verankert – bis über die Grenzen hinaus
Das Einzugsgebiet umfasst rund 50 Kilometer: das gesamte Ammerland, westlich bis Papenburg, südlich in den Kreis Cloppenburg, nördlich bis Ostfriesland und östlich bis Oldenburg. Die Region ist ländlich, landschaftlich reizvoll und wirtschaftlich gut aufgestellt. Bad Zwischenahn zieht viele Ruheständler – vor allem aus NRW – an. Konkurrenz besteht durch Buss Wohnen in Oldenburg und Wiesmoor sowie Maschal in Varel – allesamt freundschaftlich verbundene Kolleg:innen. Anekdote am Rande: Die Möbelhandelslegende und ebenfalls Verbandsmitstreiter Clemens Nemann hat einst bei Interliving Eilers gelernt – und das war offensichtlich nicht wenig, wenn man das ebenfalls blitzsauber geführte Möbelhaus in Vechta kennt.
Ansonsten gibt es in der Gegend nicht so viel Auswahl: Das Möbelhaus Behrens in Bad Zwischenahn hat 2021 geschlossen. Große Filialisten haben bislang keinen Fuß in der Region gefasst – trotz entsprechender Bestrebungen. Aber noch hält die Phalanx der Mittelständler.
Digitalisierung mit Weitblick
Auf der Agenda steht die fortschreitende Digitalisierung – mit Johann Susski ist bei Interliving Eilers nun auch jemand im Unternehmen, der sich mit Programmierung auskennt. Die Auftragsbearbeitung in der Küchenabteilung ist nach zweijähriger Umsetzung komplett digitalisiert und damit viel weniger fehleranfällig. So schafft Interliving Eilers mit der fünften Generation den Schritt in die Zukunft – mit neuen Ideen, neuen Führungsprinzipien und neuen Konzepten und dennoch ganz tief verwurzelt in Apen im Ammerland.














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