OLED-Leuchte "Double Future" von Ingo Maurer

Bauhaus-Archiv Berlin

Licht von Ingo Maurer

Ingo Maurer gehört zu den international bekanntesten Lichtgestaltern. Seit vier Jahrzehnten entwickelt und produziert er Leuchten, Lichtobjekte und Beleuchtungs-Konzepte: Immer dem Handwerk verpflichtet, voll kreativer Ideen und technischer Innovationen avancierten sie zu Meilensteinen des Lichtdesigns. 1966 erhebt Maurer mit "Bulb" (engl. für Glühbirne) das Leuchtmittel selbst zum Gegenstand seiner Entwürfe und schafft damit den internationalen Durchbruch. Bis heute zieht sich die Glühbirne wie ein roter Faden durch sein Werk. Gegenwärtig kämpft er mit einem Silikon-Überzieher ("Euro Condom") gegen das Verkaufsverbot der Glühlampe. Außerdem arbeitet er an der Entwicklung eines neuen Leuchtmittels, genannt "WoonderLux", um seinen Enthusiasmus für die Glühbirne und die Suche nach energieeffizienteren Leuchtmitteln in eine harmonische Verbindung zu bringen.

Im Februar dieses Jahres wurde Maurer durch den Rat für Formgebung für sein Lebenswerk mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Aus diesem Anlass zeigt das Bauhaus-Archiv Berlin vom 4. Juni bis 30. August 2010 eine prominente Werkauswahl des Lichtdesigners unter dem Titel "Lieferung mit Leuchtmittel - Licht von Ingo Maurer". 30 Leuchten und Objekte demonstrieren die gesamte Breite seines Werks: Vom Design-Klassiker "Bulb" (1966) über das Halogen-Lichtsystem "YaYaHo" (1984) bis zur LED-Tapete (2006). Ingo Maurer verwandelt die Ausstellungshalle in einen einzigartigen, atmosphärischen Raum und macht das Gebäude von Walter Gropius so neu erlebbar.

Bestellt man eine Leuchte bei Ingo Maurer, wird das Leuchtmittel - sei es eine Glühbirne oder Halogenlampe - mitgeliefert. Dies verdeutlicht anschaulich Maurers Verständnis der Gesamtinszenierung von Licht: Er entwirft nicht nur Leuchten, sondern Lichtkonzepte, die sich auf den individuellen oder öffentlichen Lebensraum beziehen.

Maurers Objekte sind Unikate, einzelne Komponenten tauchen immer wieder auf und werden technisch stetig weiter entwickelt. Bekanntestes Beispiel ist das Niedervolt-Lichtsystem "YaYaHo" (1984), das aus Drahtseilen und einer Vielzahl einzelner Leuchtelemente besteht. Weit ungewöhnlichere Entwürfe nimmt Maurer mit LED oder OLED vor.

Aus humorvollen Wortspielen, lautmalerischen Namen oder eigenen Wortkreationen sind die Leuchten-Namen zusammengesetzt: So heißt Maurers Markenzeichen, die geflügelte Glühbirne: "Lucellino". Eine Schöpfung aus den italienischen Worten "luce" (Licht) und "ucellino" (Vögelchen). Auf seiner Webseite kann man sich dazu einen wunderbar animierten Film ansehen.

Der 1932 geborene "Lichtpoet" gründete 1966 einen Einmannbetrieb, sein Team von mittlerweile mehr als 60 Mitarbeitern ist ein tragender Teil seines großen Erfolgs. Gemeinsam findet in München der gesamte Gestaltungs- und Entwicklungsprozess statt, von der Idee bis zur Herstellung. 1999 eröffnete Maurer einen Showroom in New York, 2009 folgte ein zweiter in München.

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