In einem Leder-Manifest fordern mehr als 30 Organisationen die in Glasgow tagende COP26 auf, die kreislauffähigen und klimaeffizienten Eigenschaften von Naturfasern und ihr Potenzial zur Verringerung der Klimaauswirkungen in Konsumgütern anzuerkennen.

Verband der Deutschen Lederindustrie

Ledermanifest für UN-Klimakonferenz in Glasgow

Der Verband der Deutschen Lederindustrie (VDL) hat am Freitag, 29. Oktober, zusammen mit 30 anderen internationalen Organisationen der Lederindustrie die Klimakonferenz 2021 der Vereinten Nationen (COP26) aufgerufen, natürlichen Materialien Vorrang einzuräumen, um die direkten Auswirkungen auf das Klima zu mindern. Das von den Organisationen verfasste „Leather Manifesto“ (Leder-Manifest) fordert die COP26 auf, die kreislauffähigen und klimaeffizienten Eigenschaften von Naturfasern und ihr Potenzial zur Verringerung der Klimaauswirkungen in Konsumgütern anzuerkennen.

„Naturfasern sind Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs und bestehen als solche aus Kohlenstoff, der sich seit Jahrtausenden in der Atmosphäre befindet", so heißt es im Leder-Manifest. „Diese leicht verfügbaren Rohstoffe sind, wenn sie ethisch korrekt hergestellt werden, ein wichtiger Ersatz fossiler Rohstoffe, wodurch die Notwendigkeit ihrer Förderung verringert wird und mehr Kohlendioxid in der Erde gebunden bleibt. Darüber hinaus werden ordnungsgemäß hergestellte natürliche Materialien am Ende ihres Lebenszyklus biologisch abgebaut. So reduziert sich ihre Umweltbelastung und schädliche Emissionen, wie z. B. die Verschmutzung durch Mikroplastik, die häufig in Zusammenhang mit synthetischen Materialien entsteht, wird verringert.“

Das Manifest stellt ferner fest, dass natürliche Materialien jedoch oft abgelehnt werden, weil man den Herstellungsprozess und die Lieferkette nicht versteht oder fragwürdige wissenschaftliche Erkenntnisse in Form von unvollständigen, unvergleichbaren oder veralteten Ökobilanzen anführt, hingegen neue, oft auf fossilen Rohstoffen basierende Materialien propagiert, deren Nachhaltigkeit nicht bewiesen ist.

„Leder, ein natürliches Material, eines der ersten Upcyclingprodukte der langen Geschichte der Menschheit, wird auch in Zukunft im Rahmen der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, wenn wir die Zusammenhänge nicht vergessen.”

Informationen zum ökologischen und sozialen Fußabdruck der Lederindustrie – in der EU werden immerhin 13,4 % der Häute für Polstermöbel verarbeitet – kann im Sozial- und Umweltbericht 2020 der europäischen Lederindustrie nachgelesen werden. Auch, dass in der EU mit Leder im Wert von 8 Mrd. Euro, wenn es verarbeitet ist, ein Umsatz von rund 125 Mrd. Euro erwirtschaftet wird, der 40.000 Unternehmen und 2 Mio. Beschäftigten Arbeit gibt. Diese Zahlen von Cotance, dem Dachverband der europäischen Lederindustrie, basieren auf Angaben und Schätzungen ihrer Mitglieder. Zu ihnen gehört der VDL, der die Interessen der Lederindustrie in Deutschland sowie der angrenzenden Länder vertritt.

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