Hornschuch, Schattdecor, Kaindl
Lagerware in Warschau sichergestellt – Rote Karte für Produktpiraten
Das Problem besteht schon lange, doch bislang gelang es keinem der führenden Branchenvertreter, Dekorkopierer für ihr verbotenes Tun zur Verantwortung zu ziehen. Dabei wird der wirtschaftliche Schaden, der der Branche
Das Problem besteht schon lange, doch bislang gelang es keinem der führenden Branchenvertreter, Dekorkopierer für ihr verbotenes Tun zur Verantwortung zu ziehen. Dabei wird der wirtschaftliche Schaden, der der Branche jedes Jahr entsteht, auf mehrere Mio. Euro geschätzt. Die rechtlichen Schritte, die Hornschuch, Schattdecor und Kaindl auf der "Interzum" gegen den polnischen Dekorkopierer Euro Vinyl einleitete, führten dazu, dass ein Dekor vom betreffenden Anbieter von der Polizei beschlagnahmt wurde und er ein anderes Dekor vom Stand nehmen musste. (moebelfertigung.com berichtete live von der "Interzum") Die Aktionen erfolgten am zweiten und vierten Messetag und sorgten in der Branche für Aufsehen. Meldungen in der deutschen Fachpresse dazu lauteten: "Polizei-Einsatz auf der Interzum" und "Unterlassungsbescheid gegen…" Sogar in England berichteten Fachmedien.
Das Vorgehen der deutschen Justiz geschah auf der Grundlage des geltenden Geschmacksmusterrechts der EU. Hornschuch konnte sich auf einen Geschmacksmusterschutz für seine Designs stützen und machte davon Gebrauch. Der Oberflächenspezialist wird auch künftig gehen Nachahmer vorgehen, die seine geschützten Dekore unbefugt kopieren.
Mit der Zustellung des in Polen mit Wirkung für das Gebiet der gesamten EU ergangenen vorläufigen Richterspruchs machte Hornschuch jetzt mit seiner Ankündigung Ernst. Euro Vinyl musste die Vermarktung und den Verkauf der Möbelfolie des Dekors "Sonoma Eiche" noch auf der "Interzum" einstellen. Das Erfolgsdekor, an dem Schattdecor und Hornschuch die Rechte halten, nahm das polnische Standpersonal nach Übergabe des Unterlassungsbescheids vom Stand. Zwei Tage zuvor beschlagnahmte die Polizei auf demselben Stand das neue, mit Kaindl und Schattdecor entwickelte Dekor "Sanremo Eiche", für das Hornschuch nur Tage zuvor mit dem "interzum award: intelligent material & design 2013" ausgezeichnet worden war. Durch diese aufmerksamkeitsstarken Aktionen wurde die Branche für das Thema Dekorkopien neu sensibilisiert.
Was das Dekor "Sonoma Eiche" angeht, ist dem fraglichen Anbieter der Verkauf und die Vermarktung seit dem 16.5.2013 unter Androhung von Ordnungsmitteln vorläufig verboten. Nach Pfingsten veranlasste Hornschuch zudem in einem Lager in Warschau die vorläufige Sicherstellung weiterer Ware mit dem kopierten Dekor. Gleichzeitig wurden gegen einen weiteren Anbieter aus Polen juristische Schritte eingeleitet.
Zum konzertierten Vorgehen von Hornschuch, Schattdecor und Kaindl sagt Lothar Machule, Executive Vice President Marketing & Sales bei Hornschuch: "Wir schützen unsere Rechte und die berechtigten Interessen unserer Kunden, wenn wir durch das kompromisslose Vorgehen gegen Kopierer ein Zeichen setzen. Wir werden auch weiterhin gegen Kopien unserer Dekore mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln vorgehen."
In einem Brief fordert Hornschuch Kunden dazu auf, eventuell noch nicht verarbeitete Ware mit Dekoren zweifelhafter Anbieter zurückzusenden und bietet selbstverständlich an, das Original aus dem Hause Hornschuch, genannt "skai Sonoma Eiche" in allen Farbstellungen ab Lager kurzfristig als Ersatz zu liefern. Nur so können die Kunden sicher sein, dass sie das Original mit allen Premium-Eigenschaften einsetzen, die typisch für "skai" seien. Hornschuch bittet seine Kunden zudem um aktive Hilfe, damit der Oberflächenspezialist auch künftig effektiv gegen Kopierer vorgehen kann.
?Auch wenn unsere Maßnahmen auf der "Interzum" für Wirbel sorgten, für uns ist es nur die Spitze des Eisbergs?, so Elmar Zschau, Head of Marketing Services bei Hornschuch und zuständig für Marken und Geschmacksmuster:. "Nicht nur in Polen gibt es Unternehmen, die unsere Dekore unbefugt kopieren. Wir werden in allen Märkten die Augen und Ohren offenhalten. Köln war da erst der Anfang. In einer Pressekonferenz, zu der wir im Juli bei Schattdecor einladen, werden wir weitere Schritte zur Eindämmung des Problems vorstellen."

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