Österreichische Möbelindustrie

Kritisiert auch französische Recyclingverordnung

Neben dem Europäischen Möbelverband (EFIC) kritisiert nun auch die Österreichische Möbelindustrie das neue, französische Möbel-Recycling-System. Dieses beinhaltet seit Mai 2013: Alle Möbel, die in Frankreich verkauft werden, sind mit einer

Neben dem Europäischen Möbelverband (EFIC) kritisiert nun auch die Österreichische Möbelindustrie das neue, französische Möbel-Recycling-System. Dieses beinhaltet seit Mai 2013: Alle Möbel, die in Frankreich verkauft werden, sind mit einer Umweltabgabe für die spätere stoffliche Verwertung belegt. Im Kreuzfeuer der Kritik stehen vor allem der unverhältnismäßig hohe bürokratische Aufwand und die damit verbundenen marktabschottenden Auswirkungen.
"Wir stellen die ökologischen Aspekte einer höheren Recyclingquote keinesfalls in Frage, betrachten aber die indirekten Auswirkungen auf den Binnenmarkt in Europa als kritisch", so Markus Wiesner, Vorsitzender des EFIC.
Die neue Recyclingverordnung sieht für den sogenannten "Erstinverkehrbringer" zahlreiche aufwendige Nachweispflichten zu Material und Gewicht der Möbel vor, heißt es in einer Pressemitteilung der Österreichischen Möbelindustrie. Zusätzlich muss ein periodisch wiederkehrendes Abrechnungssystem mit den dafür vorgesehenen Durchführungsgesellschaften etabliert werden. Ein französischer Möbelhersteller muss diese Pflichten als "Erstinverkehrbringer" selbst erfüllen und nimmt dem Möbelhändler somit den bürokratischen Aufwand ab. Die Gefahr besteht darin, dass Möbelhändler diesen Aufwand und die damit verbundenen Kosten in Zukunft vermeiden werden, indem Sie nur noch von heimischen Möbelherstellern kaufen. Ein österreichischer Möbelhersteller hingegen, kann an diesem System nicht teilnehmen und daher dem französischen Händler den bürokratischen Aufwand vorab auch nicht abnehmen. Für Markus Wiesner ist dies "ein klarer Wettbewerbsnachteil für unsere Firmen, der dem Grundsatz des freien Warenverkehrs widerspricht".