Elmar Duffner hat als VDM-Präsident derzeit keinen Grund zur Sorge. Die Halbjahreszahlen 2011 sehen mit einem 7,3-prozentigen Plus sehr gut aus.

Deutsche Möbelindustrie

Krise? Welche Krise?

Wie es im nächsten Halbjahr weitergeht, vermag auch Elmar Duffner (Foto) nicht vorauszusagen. Aber auf der heutigen Halbjahrespressekonferenz des VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie) in Köln strahlte der Verbandspräsident höchste Zufriedenheit aus. Kein Wunder: Die Umsätze der Herstellerbetriebe liegen mit einem Plus von 7,3 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. "Für das Gesamtjahr 2011 heben wir deshalb unsere Prognose vom Beginn des Jahres auf 5 Prozent an. Insgesamt werden wir im zweiten Halbjahr nicht die Wachstumsraten des ersten Halbjahres sehen. Realistisch dürfte daher ein Wachstum von etwa drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum sein", erklärte Duffner heute. Die Gründe für die prognostizierte leichte Abschwächung im zweiten Halbjahr: Die Verunsicherung der Verbraucher wird den Inlandsabsatz hemmen und die europäischen Sparprogramme könnten dem Export einen Dämpfer verpassen. Andere Indikatoren sprechen allerdings für einen weiterhin positiven Verlauf des Jahres. "Die steigenden Baugenehmigungszahlen im ersten Halbjahr von fast 30 Prozent sprechen hier eine deutliche Sprache", meint Duffner. Eine verstärkte Nachfrage nach Sachwerten werde die Folge sein.

Der Export entwickelte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres kontinuierlich gut. Nach einem Anstieg des Auslandsgeschäftes von 6,3 Prozent im vergangenen Jahr sind die Erlöse im Ausland wieder um 12,2 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro gestiegen - mit zunehmendem Tempo: Januar +11,9 Prozent, Februar +15,5 Prozent, März +13,3 Prozent, April +15 Prozent, Mai +15,4 Prozent. Einzig der Juni liegt mit -1,6 Prozent leicht unter dem Vorjahr.

Wichtige Märkte wie Frankreich oder die Schweiz konnten dabei mit 25,9 Prozent bzw. 16,9 Prozent bis zum Juni wieder deutlich zulegen. Schwierig ist die Entwicklung im viertwichtigsten Exportland, den Niederlanden (- 3,3 Prozent), und im fünftwichtigsten Exportmarkt Belgien (- 1,2 Prozent).

Ohne Büro- und Ladenmöbel und damit bezogen auf reine Wohnmöbel und den konsumrelevanten Umsatz erwirtschaftete die deutsche Möbelindustrie 6,5 Mrd. Euro und damit ein Plus von 4,6 Prozent. Damit zeigt sich, dass die Investitionsgüter innerhalb der Möbelindustrie besser laufen als die Konsumgüter.

Eine positive Geschäftsentwicklung erleben derzeit vor allem die Hersteller von Kastenmöbeln, deren Umsätze sich von Januar bis Juni 2011 um 6,1 Prozent auf rund 3,4 Mrd. Euro erhöhten. Die Küchenmöbelhersteller lagen 5,3 Prozent über dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von knapp 2 Mrd. Euro. Auch die Matratzenindustrie als kleinste Sparte innerhalb der Möbelindustrie konnte ihren Umsatz um 4,4 Prozent auf knapp 370 Mio. Euro steigern.

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