Höffner
Krieger versteht die Welt nicht mehr
Die von Höffner gesetzte Entscheidungsfrist ist abgelaufen. Am heutigen Tag sollte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ein Urteil über das Bauprojekt in Hamburg-Eidelstedt fällen. Doch Höffner-Inhaber Kurt Krieger
Die von Höffner gesetzte Entscheidungsfrist ist abgelaufen. Am heutigen Tag sollte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ein Urteil über das Bauprojekt in Hamburg-Eidelstedt fällen. Doch Höffner-Inhaber Kurt Krieger fand lediglich ein Schreiben im Postkasten, in dem das Amt um weiteren Aufschub bat.
Wie das "Hamburger Abendblatt" heute berichtet, heißt es in der schriftlichen Antwort auf Kriegers Schreiben vom 4. November, "der Abwägungsprozess" sei "noch nicht abgeschlossen". Das Projekt weise "erhebliches Konfliktpotenzial" auf. Daher müsse ein "geordnetes Verfahren", das "gesamtstädtische und örtliche Konfliktlagen" in Betracht ziehe, "bewältigt" werden.
Krieger hält den Inhalt des Briefes für "nichtssagend", teilte er dem "Hamburger Abendblatt" mit. Warum die Entscheidung so lange dauert, könne er nicht verstehen. Und Möbelhaus hin oder her – das Verhalten des schwarz-grünen Senats zieht auch aus den eigenen Reihen immer mehr Kritik auf sich. Viele Christdemokraten sehen die viel beschworene Hamburger Kaufmannsehre in Mitleidenschaft gezogen. Vom alleinregierenden CDU-Senat war eine Baugenehmigung vielfach in Aussicht gestellt worden. Für die Grünen würde eine Genehmigung nun eine weitere Niederlage nach dem Durchwinken der Elbvertiefung und dem Bau des Kraftwerks Moorburg bedeuten. [page_break] Die schwarz-grüne Koalition steht somit einmal mehr auf dem Prüfstand. Wenn es nach den Höffner-Anwälten geht, sollte sie wenigstens in punkto Zahlungsmoral Standfestigkeit beweisen. Wenn es heute keine Entscheidung der Behörde gibt – was augenscheinlich der Fall ist – sollen bis zum 21. November 25,6 Mio. Euro aus Hamburgs Kassen auf Kriegers Konto verbucht werden. Weitere Forderungen für bereits erteilte Bauaufträge würden folgen.
Der Fall Eidelstedt entwickelt sich langsam zur Farce. Behördensprecher Enno Isermann stellt aber in Aussicht, dass es eine Entscheidung noch in diesem Jahr geben werde. Konkreteres ist momentan nicht in Erfahrung zu bringen.

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