Höffner

Krieger lässt Hosen runter

Der große Ansturm blieb aus, aber etwa 300 Befürworter und Gegner des geplanten Höffner-Baus in Hamburg-Eidelstedt folgten der Einladung von Inhaber Kurt Krieger und fanden sich gestern Abend zur Diskussion

Der große Ansturm blieb aus, aber etwa 300 Befürworter und Gegner des geplanten Höffner-Baus in Hamburg-Eidelstedt folgten der Einladung von Inhaber Kurt Krieger und fanden sich gestern Abend zur Diskussion in der gemieteten Aula der Julius-Leber-Schule in Hamburg-Schnelsen ein. Es ging ihm nach eigener Aussage darum, "die Hosen runter zu lassen" und offen und ehrlich auf die Bedenken der Einwohner einzugehen. Bis auf den obligatorischen Zwischenrufer blieb die Auseinandersetzung dann sachlich und konzentriert, wenn sich auch gegen Ende die Fronten wieder verhärteten. Denn die Einwohner nehmen es Kurt Krieger einfach nicht ab, dass das Möbelhaus laut Gutachten der Ingenieurbüros SBI und M&O lediglich 26 zusätzliche PKW pro Stunde auf der Holsteiner Chaussee, einer jetzt schon stark belasteten Straße, verursachen würde. Fred Sommer, Sprecher einer Bürgerinitiative, befürchtet in der Samstagsspitze eine Zunahme des Verkehrs um bis zu 70%. Zudem erwarten einige Gegner einen Möbeltourismus zwischen Ikea, Dodenhof der Halstenbeker Wohnmeile und Höffner.
Von den 41 eingeladenen Bezirksabgeordneten machten Horst Becker (GAL) und Martina Koeppen (SPD) vom Rederecht Gebrauch. Koeppen versicherte, dass die SPD auch weiterhin gegen den Bau kämpfen wird. Trotz des Gegenwinds hält Krieger an seinen Plänen fest. "Wir schütteln doch nicht einfach 30 Millionen Euro aus dem Ärmel, um dann auf ein Projekt zu verzichten, an dem wir 14 Jahre lang arbeiten."
Im Gespräch mit der "möbel kultur" wies er auf die Dringlichkeit hin, im März/April des kommenden Jahres mit dem Bau beginnen zu können, da sonst die Planungen wieder um ein Jahr verschoben werden müssten. Eine Entscheidung, ob es grünes Licht gibt, wird es aller Voraussicht nach Anfang nächster Woche geben, da Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk dann von ihrer Südamerika-Reise zurückkehrt.