Bis 2025 soll der Verbrauch von Kunststofftragetaschen auf weniger als 40 Taschen pro Kopf sinken.

HDE/DIHK/ZDH

Kontroverses Kunststoff-Verbot

Verbände fordern Fristverlängerung: Angesichts des Verbots von Kunststofftragetaschen wollen der Handelsverband Deutschland (HDE), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) eine Übergangsperiode von zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes (mindestens bis zum 31.12.2020) durchsetzen, um den Abverkauf von auf Lager liegenden Kunststofftaschen zu ermöglichen.

Laut der entsprechenden EU-Richtlinie soll der Verbrauch von Kunststofftragetaschen bis 2025 auf weniger als 40 Taschen pro Kopf und Jahr in den Mitgliedsstaaten reduziert werden. In Deutschland ist dieses Ziel gemäß Angaben des HDE durch die Selbstverpflichtung des Handels, an der sich weitere Verbände sowie rund 350 Handelsunternehmen beteiligt, bereits übererfüllt.

Seit Inkrafttreten der Selbstverpflichtung sank der Verbrauch von 5,6 Mrd. Kunststofftaschen 2015 auf nur noch 1,9 Mrd. 2018. Bei leichten Taschen mit einer Wandstärke von unter 50 Mikrometer betrug der Verbrauch pro Kopf 2018 nur noch 20 Tüten, was der Hälfte der EU-Zielvorgabe für 2025 entspricht.

Nach Schätzungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) liegen aktuell noch mehr als 200 Mio. leichte Kunststofftaschen in den Handelslagern. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben häufig auf zwei bis drei Jahre im Voraus gekauft. Die Vernichtung der Bestände wäre ökologisch fragwürdig, so der HDE. DIHK, HDE und ZDH setzen sich deshalb für eine angemessene Übergangsfrist für die Abgabe der Tüten-Restbestände ein.

Die Unternehmen sollen so die Möglichkeit bekommen, die Tragetaschen noch in den Verkehr zu bringen, um die finanzielle Belastung möglichst gering zu halten sowie die Vernichtung der bereits hergestellten und vorhandenen Taschen zu vermeiden.

Diese Seite teilen