GfK

Konsumstimmung geht noch weiter in den Keller

War im letzten Jahr noch die Corona-Pandemie die größte Sorge der Deutschen, dämpfen jetzt die Inflation und hohe Preise die Verbraucher-Stimmung. Laut GfK-Konsumklimastudie für Juli hat sich das Allzeittief, das schon im Juli von Lebensmitteln bis zu technischen Konsumgütern erreicht wurde, nochmals verschärft. Das heißt: Seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991 wurde kein schlechterer Wert gemessen. „Zu den Sorgen um unterbrochene Lieferketten, den Ukraine-Krieg und stark steigende Energie- und Lebensmittelpreise, kommen nun Befürchtungen um eine ausreichende Gasversorgung von Wirtschaft und privaten Haushalten im nächsten Winter“, erklärt dazu GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Inflationsraten zwischen sieben und acht Prozent beeinträchtigen die Kaufkraft. Wobei Energiepreise die Inflation sicher noch weiter anheizen.

Unter den Verbrauchern steigt demnach die Angst vor einer drohenden Rezession. Die Konjunkturerwartungen verlieren im Juli gegenüber dem Vormonat 6,5 Punkte und sinken auf -18,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit April 2020, als Deutschland in den Corona-Lockdown geschickt wurde. Der Indikator Einkommenserwartung verliert im Juli 12,2 Punkte und fällt auf -45,7 Punkte.

Neben der Bekämpfung der Inflation durch eine weniger expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank werde es für eine Erholung des Konsumklimas entscheidend sein, dass den Verbrauchern die Sorge um eine unzureichende Versorgung mit Gas genommen wird und alle Möglichkeiten alternativer Anbieter genutzt werden, um eventuell ausbleibende russische Gaslieferungen zu ersetzen. So die Einschätzung der GfK für die künftige Entwicklung. Für August werden zunächst -30,6 Punkte und damit nochmals 2,9 Punkte weniger als im Juli 2022 prognostiziert. 

Dennoch zeigt der Indikator für die Anschaffungsneigung mit einem Minus von 0,8 Punkten auf -14,5 Punkte bislang noch eher leichte Verluste. Wenn jedoch für Energie und Lebensmittel deutlich mehr Geld ausgegeben werden muss, werden diese Mittel für andere Anschaffungen fehlen, so lautet die logische Konsequenz.

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