Garant-Geschäftsführer Jens Hölper freut sich, dass die meiste Mitglieder realtiv gut durch die Corona-Krise kommen.

Garant Gruppe

„Könnte mit einem blauen Auge davon kommen“

Direkt mit Beginn der Corona-Krise legte die Garant Gruppe ein umfangreiches Hilfsprogramm auf. Jetzt wollte der Verband nicht nur wissen, wie zufrieden die Mitglieder damit waren, sondern auch, wie die Händler aus den Bereichen Wohnen, Küche und Schlafen die konjunkturelle Lage und ihre Zukunftsperspektiven für sich bewerten. Zu diesem Zweck führte die Verbundgruppe zwischen dem 8. und 18. Mai eine umfangreiche, anonyme Umfrage durch, an der 200 Handelspartner teilnahmen.

Zentrales Ergebnis: Die „Allgemeine Geschäftsentwicklung“ seit der Wiedereröffnung bewerten die Mitglieder insgesamt mit einer Schulnote von 2,56. Während die Hochwert-Einrichter (mit und ohne Küche) mit der Note 3,0 bzw. 3,2 noch eher verhalten zufrieden sind, geben die Küchenspezialisten mit einer 2,27 die positivste Bewertung – hierfür sind vor allem die Kundenfrequenz (Note 2,39) und Kundenqualität (Note 2,2) verantwortlich. Bei den Premium-Häusern sieht es auch hier anders aus – Frequenz und Qualität wurden im Durchschnitt mit 3,50 und 2,60 beurteilt. Vollsortimenter und Betten-Spezialisten pendelten sich dazwischen ein. Insgesamt gaben 40 Prozent aller Teilnehmer an, dass die Kundenfrequenz im Vergleich zu vor der Krise gefallen sei, 43 Prozent bewerten sie als gleichgeblieben und 18 Prozent vernahmen sogar eine Steigerung.

Die gewichtet Auftragseingangsentwicklung aller Teilnehmer wurde für den Zeitraum vor der Krise mit einem Plus von 11,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr bewertet, während der Krise mit einem Minus von 31,22 Prozent und seit der Wiedereröffnung mit einem Plus von 3,38 Prozent (jeweils zum Vorjahr). Bei der Umsatzentwicklung, ebenfalls gewichtet, prognostizierten die Befragten vor der Krise ein Plus von 9,26 im Vergleich zum Vorjahr, während der Krise ein Minus von 5,7 Prozent und nach Beendigung des Lockdowns ein Plus von 2,73 Prozent.

Jens Hölper, Geschäftsführer der Garant Gruppe, bewertet die Ergebnisse in Anbetracht der Umstände durchaus positiv: „Bis jetzt sieht es tatsächlich so aus, als würde der mittelständische Möbel- und Küchenhandel mit dem sprichwörtlichen ,blauen Auge' davonkommen – und das direkte Feedback aus dem Handel im Nachgang zur Umfrage bestätigt das, denn zum Teil lagen Auftragseingang und Umsatz deutlich über dem Vorjahr. Wobei man natürlich differenzieren muss. Küchenspezialisten stehen beispielsweise besser da als die Vollsortimenter – viele unserer Garant Küchen Areal Partner arbeiten derzeit sogar „am Anschlag“, weil Lieferungen und Montage quasi ununterbrochen weiterlaufen konnten. Zudem haben sehr viele unserer Fachhändler in der Krise eindrucksvoll und in Rekordzeit alternative Möglichkeiten gefunden, ihre Kunden weiter zu beraten und Aufträge abzuschließen – und das wurde von den Kunden gut angenommen. Ganz offensichtlich hat sich der mittelständische Fachhandel in der Krise sehr gut behauptet.“

Ihre aktuelle Liquiditäts- und Ertragssituation bewerteten die Teilnehmer mit den Noten 2,42 bzw. 2,88. Die Zukunft sieht dabei für viele nicht so düster aus, wie zunächst befürchtet. Jens Hölper: „40 Prozent unserer befragten Mitglieder gaben an, weder gestärkt noch geschwächt aus der Krise hervorzugehen. 50 Prozent – und damit die Hälfte – sind gar der Meinung, eher gestärkt aus ihr hervorzugehen. Das lässt nicht nur hoffen, sondern bestätigt auch unsere Wahrnehmung aus direkten Gesprächen mit unseren Handelspartnern. Unabhängig davon: Ja, die Lage ist ernst, aber Pessimismus hat noch keinen Unternehmer weitergebracht. Wir sind jedenfalls weiterhin eng an der Seite unserer Mitglieder, um den weiteren Weg mitzugehen – und auch einige neue Pfade zu beschreiten. Für uns steht fest, dass der mittelständische Fachhandel seine Stärken und Vorteile nun stärker denn je ausspielen muss – und sich das auch bestimmt bezahlt macht. Zahlreiche „Support your local“ Initiativen während des Lockdowns haben gezeigt, dass die Verbraucher keinesfalls wollen, dass ihre lokalen Händler – sei es der Bäcker, das Café oder eben das Möbelhaus – von der Bildfläche verschwinden. Solidarität zeigt sich in der Krise nun einmal am stärksten – und das gilt natürlich auch für uns als Verband. Wir haben jedenfalls festgestellt, dass die Bindung zu unseren Partnern wechselseitig noch stärker geworden ist. Das zeigen auch die hervorragenden Umfrage-Ergebnisse zur Verbandsunterstützung in der Corona-Krise. Und darauf bauen wir nun weiter auf und bieten weiterhin ein umfassendes Angebot von der Digital Marketing Unterstützung bis hin zur Betriebsberatung.“

Weitere Auswertungen gibt es in einem zweiten Teil in den nächsten Tagen.

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