Koch- und Tischkultur
Umsätze 2025 nahezu auf Vorjahresniveau
Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen zeigt die Branche rund um Tisch und Küche mit fast 6 Mrd. Euro Umsatz 2025 eine hohe Marktstabilität. Einen wichtigen Anteil daran hat der Facheinzelhandel, dessen Bedeutung als Distributionskanal seit Jahren nahezu unverändert ist. Erklärtes Ziel des Handelsverbands Koch- und Tischkultur ist es, die Zusammenarbeit zwischen Handel und Lieferanten weiter zu intensivieren, um gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Im Kontext der gesamtwirtschaftlichen Lage, die sich auch 2025 nicht wie erhofft verbesserte, kann die Branche rund um Tisch und Küche ein erfreulich stabiles Ergebnis vermelden. Nach Berechnungen des Instituts für Handelsforschung in Köln (IfH) wurde mit 5,99 Mrd. Euro Bruttoumsatz das Ergebnis des Vorjahres nur ganz knapp verfehlt. Dies entspricht einem marginalen Minus von 0,2 Prozent.
Auch in den Teilmärkten spiegelt sich diese Entwicklung wider. Der mengenmäßig größte Bereich „Cucina“ mit einem Marktvolumen von 3,19 Mrd. Euro weist gegenüber dem Vorjahr eben dieses leichte Minus von 0,2 Prozent aus. Im Vorjahr betrug der Umsatz mit Küchenausstattung, Koch-, Brat- und Backgeschirr 3,20 Mrd. Euro. Das Segment „Tavola“ – Tafelgeschirr, Bestecke und Gläser – verzeichnet für 2025 einen moderaten Rückgang von 1,67 auf 1,64 Mrd. Euro Umsatz. Dies bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Positive Zahlen weist wie schon im Vorjahr der Teilbereich „Domus“ aus. Das Geschäft mit Wohnaccessoires, Dekoration und Geschenkartikeln konnte um 1,3 Prozent auf 1,14 Mrd. Euro (2024: 1,13 Mrd. Euro) zulegen.
Ein Umsatzplus kann auch der Gesamtmarkt der Elektro-Kleingeräte ausweisen, von denen jedoch nur ein Teil der Küchen- und Haushaltswarenbranche zugerechnet wird. Laut Hemix (Home Electronics Market Index) wurde in den ersten drei Quartalen 2025 ein Umsatz von 5,07 Mrd. Euro erwirtschaftet, nach 4,98 Mrd. Euro im Jahr 2024. Dies entspricht einem Plus von 1,9 Prozent. Technische Innovationen und smarte Lösungen sind beim Endverbraucher gefragt.
Fachhandel bleibt starker Distributionskanal
Ein guter Indikator für den Besuch der Innenstädte und damit auch der Einzelhandelsgeschäfte ist die Auswertung der Passantenfrequenzen durch hystreet.com. Trotz Konsumzurückhaltung und hoher Preissensibilität der Kunden, blieb die gemessene Frequenz mit -0,6 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Allgemein gesagt, gab es bei den mittleren Städten leichte Zuwächse, denen leichte Rückgänge in den größten Metropolen gegenüberstehen. Stabile Frequenzen bedeuten jedoch nicht automatisch stabile Umsätze im Einzelhandel oder der Gastronomie. Zu berücksichtigen sind hier Verweildauer, die Höhe der getätigten Einkäufe, sprich die Höhe des Kassenbons u.v.m.
Ebenso stabil wie der Gesamtumsatz der Branche stellen sich die Zahlen zur Distribution im GPK/Hausrat-Bereich dar. Hier gab es nur geringfügige Verschiebungen. Wie in den Vorjahren werden rund 27 Prozent des Branchenumsatzes in Fachgeschäften getätigt. „Es stimmt uns positiv, dass die Kunden die Produkte rund um Tisch und Küche sowie Wohnaccessoires nach wie vor gerne im Fachgeschäft kaufen. Seit vielen Jahren ist der prozentuale Anteil des Fachhandels nahezu unverändert. Die Internetspezialisten nehmen dem GPK Fachhandel weiterhin keine Marktanteile ab, im Gegensatz zu anderen Branchen. Dies spricht für die Stärke des inhabergeführten Fachhandels und gibt uns Vertrauen für die Zukunft,“ so Michael Berz, Präsident des Handelsverband Koch- und Tischkultur.
Dem Fachhandel folgen mit weitem Abstand die Internetspezialisten mit 11 Prozent, der Möbelhandel mit 10 Prozent, Lebensmittelhandel und Discounter mit 9 Prozent sowie Kauf- und Warenhäuser mit 6 Prozent sowie SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte ebenfalls mit 6 Prozent.
Wie geht die Entwicklung 2026 weiter?
Die Entwicklung für das laufende Jahr einzuschätzen, ist mehr als schwierig. Es gibt viele Faktoren, die darauf hindeuten, dass auch 2026 ein äußerst anspruchsvolles Jahr für den Facheinzelhandel wird. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern sitzt tief. Angefangen bei den geopolitischen Brandherden und dem Handelsstreit mit den USA, die wirtschaftliche Krisen nach sich ziehen und einen verstärkten Abbau von Arbeitsplätzen zur Folge haben können. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes verstärkt die Sparneigung, somit steht weniger Geld für den Konsum zur Verfügung. Darüber hinaus muss sich der Onlinehandel mit der zunehmenden Konkurrenz durch chinesische Plattformen wie Temu und Shein und deren Dumpingpreisen auseinandersetzen, was auch Auswirkungen auf den stationären Fachhandel hat. Auch Social-Shopping über TikTok und Instagram ist im Aufwind.
Gleichzeitig verliert der Fachhandel weiterhin Verkaufsstellen, sei es aus Altersgründen, wegen fehlender Nachfolger oder unzureichender Wirtschaftlichkeit. Der zum Jahresanfang gestiegene Mindestlohn belastet die Betriebe der Einzelhändler zusätzlich. „Unsere dringendsten Forderungen an die politisch Verantwortlichen lauten nach wie vor Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen sowie gezielte Förderprogramme für Digitalisierung und KI-Pilotprojekte im Handel. Nur dann kann sich der Fachhandel zukunftsfit aufstellen und nachhaltig ertragreich wirtschaften“, so Christian Haeser, Geschäftsführer des Handelsverbandes Wohnen und Büro.
Indizien, die Hoffnung machen
Auf der anderen Seite gibt es auch Indizien, die Hoffnung machen: Eine NIQ-Studie (Nielsen IQ) hat errechnet, dass die Kaufkraft der Deutschen 2026 um 5 Prozent steigt. Dies sollte sich in den Geschäften unserer Branche bemerkbar machen, da sich die Menschen gerade in unsicheren Zeiten gerne in die eigenen „vier Wände“ zurückziehen. Man will sich etwas gönnen und das Zuhause schön gestalten. Laut ifo-Geschäftsklimaindex zeigen sich die Handelsunternehmen Ende Januar 2026 etwas zufriedener als im Vormonat. „In der jetzigen Situation sind weiterhin mutiges Unternehmertum und die klassische Handelstugenden gefragt: also Nähe zum Kunden, Serviceangebote und ein individuelles, kuratiertes Sortiment“, bringt Michael Berz die Situation der GPK-Händler auf den Punkt.
Der Handelsverband Koch- und Tischkultur wird 2026 den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und die Zusammenarbeit zwischen Handel und Lieferanten intensivieren, u.a. mit der Fortführung des Arbeitskreises „Zukunftsdialog“. Außerdem haben die Planungen für die nächste Branchentagung begonnen. Sie wird am 11. und 12. Mai 2027 in Würzburg stattfinden.

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