Kartellamt verhängt Geldbuße von 15,5 Mio. Euro gegen Tempur.

Tempur

Kartellamt verhängt Geldbuße von 15,5 Mio. Euro

Nachdem das Bundeskartellamt das Verfahren gegen Fey & Co in der vergangenen Woche eingestellt hat, verhängt es nun gegen einen anderen Matratzenhersteller eine hohe Geldbuße. Tempur muss wegen vertikaler Preisbindung 15,5 Mio. Euro zahlen.

Bundeskartellamts-Präsident Andras Mundt begründet die Entscheidung: „Von August 2005 bis Juli 2011 hatten Verantwortliche von Tempur mit ihren Händlern Vereinbarungen darüber getroffen, dass verschiedene Matratzen sowohl im Online-Handel als auch im stationären Handel grundsätzlich nur zu den von Tempur vorgegebenen Preisempfehlungen angeboten werden. Hersteller dürfen Händlern Preisempfehlungen geben, diese müssen aber unverbindlich sein. Nicht erlaubt sind hingegen verbindliche Vereinbarungen der Hersteller mit den Händlern über die Endverkaufspreise oder gar die Ausübung von Druck auf die Händler, um ein bestimmtes Preisniveau durchzusetzen. Nur wenn die Händler den Preis frei setzen können, kann echter Wettbewerb entstehen.“

Laut dem Bundeskartellamt lag der Schwerpunkt der von Tempur ergriffenen Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung der Preisempfehlung im Online-Handel, da hier die Verkaufspreise der einzelnen Händler sehr transparent sind. Lag der Verkaufspreis eines Händlers um mehr als fünf Prozent unter der Preisempfehlung, so wurde dieser in der Regel von Vertriebsmitarbeitern von Tempur kontaktiert, um ihn zu einer Anhebung seines Verkaufspreises auf das vorgegebene Niveau zu bewegen. Änderten die Händler daraufhin ihre Verkaufspreise nicht oder unterschritten sie mehrfach die vorgegebenen Mindestpreise, wurde ihre Belieferung zum Teil erheblich verzögert oder in einigen Fällen ganz eingestellt. Zum Maßnahmenpaket gehörte zudem ein Entzug der Erlaubnis zur Nutzung des Markennamens für Online-Werbung bei der Google-Suche. In aller Regel reichte bereits die Androhung von Sanktionsmaßnahmen seitens der Vertriebsmitarbeiter aus, damit die Händler die Produkte wieder zu den vereinbarten Mindestpreisen anboten. Im stationären Handel versuchte Tempur die Händler dazu zu bewegen, ihre Produkte von generellen Werbeaktionen wie z.B. „25 Prozent auf alles“ ausdrücklich auszunehmen.

Anhaltspunkte für wettbewerbswidrige horizontale Absprachen zwischen den Herstellern von Matratzen haben die Ermittlungen nicht ergeben.

Diese Seite teilen