Himolla

Karl Sommermeyer ist tot

Eine traurige Nachricht bahnt sich ihren Weg durch die Branche. Karl Sommermeyer ist gestern gestorben. Der 1948 in Bünde geborene Ostwestfale war ohne Zweifel eine der prägenden Persönlichkeiten der Möbelbranche. Sein berufliches Wirken ist vor allem mit der Polstermöbelmarke Himolla verbunden. Als Karl Sommermeyer Ende 1995 die Geschäftsführung übernahm, stand Himolla kurz vor der Insolvenz. „Alle notwendigen Fähigkeiten waren vorhanden, aber sie mussten wieder geweckt werden“, erinnerte er sich einst. Anstatt notdürftig an dem vorhandenen Sortiment zu feilen, richtete er den Fokus lieber grundlegend auf die zunehmende Individualisierbarkeit von neuen Systemmöbeln – und das mit großem Erfolg.

In seiner beruflichen Vita gab es allerdings auch Rückschläge wie die Welle-Insolvenz. Betroffen waren rund 530 Mitarbeiter, die an den zwei Standorten Bad Lippspringe und Alsfeld Schlaf-, Büro-, Jugend- und Babyzimmermöbel produzieren. Die Gründe waren vielfältig. Der Umsatzrückgang, der Importdruck durch osteuropäische Lieferanten, die aufgrund von Lohnkostenvorteilen und Steuerentlastungen preiswerter fertigen können und eine enorme Produktvielfalt, die nicht immer gewinnbringend vermarktet werden konnte. Sommermeyer war bis zuletzt Miteigentümer des Paderborner Unternehmens.

Er betrieb das Möbel-Business stets voller Leidenschaft. Noch auf der Branchenwerkstatt im Hettich Forum im Jahr 2018 riss er die Teilnehmer mit einem emotionalen Abriss über 42 Jahre in der Welle Holding, davon 23 Jahre bei Himolla, mit. Eindringlich schilderte er seine Erfolge, erzählte aber auch ganz offen von Rückschlägen. Sein Appell: "Wertigkeiten werden weiter Konjunktur haben."

Ende 2018 veraschiedete sich Sommermeyer in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Abschied fiel zusammen mit dem 70-jährigen Bestehen von Himolla, das damals mit 3.200 Mitarbeitern gefeiert wurde.

 

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