Edgar, August und Karl Inhofer (v.l..). Foto: Ulm News, Ralf Grimminger.

Inhofer-Prozess

Karl, Edgar und August Inhofer legen Geständnis ab

Mit einem Geständnis ist heute der Inhofer-Prozess vor dem Augsburger Landgericht weitergegangen. "Wir räumen ein, dass spätestens im Laufe des Jahres 2006 durch uns erkannt wurde, dass das Thema Scheinselbstständigkeit auch in unserem Unternehmen ernsthaft risikobehaftet ist“, erklärten die Möbelhaus-Manager August (79), Karl (81) und Edgar Inhofer (50) laut dem "Bayerischen Rundfunk" am vierten Verhandlungstag. "Gleichwohl haben wir versäumt, dieses Thema vertiefend kritisch zu hinterfragen, insbesondere fachkundige externe Beratung einzuholen. Da die Freiberufler aus Gründen der Flexibilität für das Unternehmen interessant waren, wollten wir auch auf dieses Modell nicht verzichten. Damit haben wir in Kauf genommen, dass es zu den Fehlern gekommen ist, die nunmehr Gegenstand der vorliegenden Anklage sind. Diesem Vorwurf stellen wir uns hiermit ausdrücklich im Sinne eines Geständnisses."

Der vierte Angeklagte Peter Schorr (42) schloss sich diesen Ausführungen nicht an. Stattdessen erklärte er, als Eingeheirateter keinen Einfluss auf die Stukturen des Familienunternehmens gehabt zu haben.

Die Manager sind angeklagt, zwischen Januar 1999 und Mai 2012 insgesamt 49 Mitarbeiter als Scheinselbstständige beschäftigt und somit Sozialabgaben und Steuern in Höhe von 3,65 Mio. Euro hinterzogen zu haben.

Die Wirtschaftskammer bekräftigte allerdings erneut, dass der Vorwurf der Steuerhinterziehung für sie nicht nachvollziehbar sei, da die freien Mitarbeiter selbstständig Umsatz- und Einkommenssteuern abgeführt hätten. Gleichzeitig wurde der Schaden, der den Renten- und Sozialversicherungen durch den Sozialbetrug entstanden sei, auf 1,03 Mio. Euro beziffert.

Zuvor hatten Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung versucht, sich auf einen Deal zu einigen. Das Gericht hatte den Angeklagten im Falle eines Geständnisses eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren in Aussicht gestellt. Die Staatsanwaltschaft stellte sich jedoch quer. Angesichts der Schadenshöhe strebt sie für den operativen Geschäftsführer Edgar Inhofer eine Gefängnisstrafe an. Und auch für Seniorchef und Unternehmensgründer August Inhofer, so die "Südwest Presse" sei eine Freiheitsstrafe möglich.

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