VdDK

Kann Zahlen des Statistischen Bundesamtes nicht nachvollziehen

Ein Umsatz von 3,66 Mrd. Euro und ein damit verbundenes Minus von 9,24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Bilanz der deutschen

Ein Umsatz von 3,66 Mrd. Euro und ein damit verbundenes Minus von 9,24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Bilanz der deutschen Küchenmöbelindustrie für das Jahr 2009. Laut den Experten büßten die hiesigen Hersteller sowohl im In- als auch im Ausland an Umsatz ein. So erwirtschafteten die Betriebe auf dem heimischen Markt 2,32 Mrd. Euro (-10,31 Prozent) und im Export 1,32 Mrd. Euro (-7,32 Prozent), heißt es. Allerdings kann Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK), diese Zahlen nicht bestätigen. Im Gegenteil: Ein internes Auftragspanel, das der VdDK im Kreise seiner Mitglieder erhebt und an dem Unternehmen teilnehmen, die – am Umsatz gemessen – mehr als 90 Prozent der Küchenmöbelindustrie ausmachen zeige ein ganz anderes Bild. Demnach verlief das Inlandsgeschäft im vergangenen Jahr überraschend stabil. " Das interne Auftragspanel, das wir nunmehr ebenfalls veröffentlichen, weist für 2009 einen Zuwachs der Auftragseingänge aus dem Inland um 2,01 Prozent auf. Lediglich die Aufträge aus dem Ausland sind drastisch zurückgegangen, nämlich um 10,04 Prozent", erklärt Heumann.
Als Teil-Ursache für die unterschiedlichen Ergebnisse sieht der VdDK, dass seine interne Erhebung Stückzahlen misst und nicht Umsatzwerte. Jedoch seien auch preisbereinigt im Inland nur leichte Umsatzrückgänge im unteren einstelligen Bereich aufgetreten und nicht in Höhe von über zehn Prozent, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat, räumt Dr. Heumann ein. [page_break]
Für dieses Jahr erwartet der Verband eine leichte Eintrübung des Geschäftes. "Die gesamtwirtschaftlichen Daten können zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen", gibt Heumann zu bedenken. "Traditionell leiden dann die Hersteller konsumiger Produkte und so auch der Möbelsektor. 2010 dürfte es im breiten Mittelsektor der Branche zu leichten Rückgangen im Inland kommen." Anders sehe es für das Auslandsgeschäft aus. Dort sei die Talsohle in vielen Regionen durchschritten, so dass mit einer Belebung gerechnet werden könne. "Dies ist insbesondere in Asien festzustellen, aber auch in Großbritannien und in Benelux. Von dem anziehenden Objektgeschäft wird die deutsche Küchenmöbelindustrie profitieren, in erster Linie im Marken- und Premiumsektor. Unter dem Strich erwarten wir für 2010 einen leichten Umsatzrückckgang, der primär aus einer Beruhigung des Inlandsgeschäfts herrühren wird."