Einst stand Johannes Genske "das Wasser bis zum Hals". Seine Kunden sprangen ein.

Brand eins

Johannes Genske: "Der Bank ein Schnippchen schlagen"

"Wir sind so frei", betitelt das Wirtschaftsmagazin eine Story in der aktuellen Ausgabe mit dem Schwerpunktthema "Nein sagen". Darin werden vier Unternehmer portraitiert, die etwas anders als andere gemacht haben - so wie der Möbelhändler Johannes Genske, dem "das Wasser bis zum Hals stand".

Seine Geschichte ist in der Branche bereits Legende: Die defizitäre Filiale in Düsseldorf verhagelte ihm einst die Bilanz, sodass es keine weiteren Kredite von seiner Hausbank gab - nach 15 Jahren Unternehmenshistorie. Auch andere Banken wandten sich ab. Schließlich fasste Genske einen waghalsigen Entschluss. Er setzte auf völlige Transparenz und bat seine Kunden um Hilfe: "Klar hatte ich Angst davor. Aber ich habe mich nicht geschämt. Ich bin mit der Düsseldorfer Filiale ins Risiko gegangen, und es hat nicht funktioniert. Das ist nicht ehrenrührig. Diese Niederlage bedeutete nicht, dass mein Geschäftskonzept nichts taugte", erinnert er sich. Am Ende gewann er 13 Kunden als stille Teilhaber, die insgesamt 130.000 Euro bei Genske investierten. Heute können sie sich über eine jährliche Durchschnittsrendite von sechs Prozent freuen. Den Umsatz 2011 taxiert er auf vier Mio. Euro. seine Eigenkapitalquote beträgt heute 40 Prozent, die letzten Kredite wurden im vergangenen Jahr abbezahlt.

Genskes Geheimnis: "Man braucht nur eine überzeugende Idee und eine Kundschaft, die das Unternehmen kennt. Ein Unternehmen mit einer Funktion, mit einer Geschichte, die beweist, dass es eigentlich gesund ist."

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