Alno AG

Jahr des Aufbruchs

Wandel, Neubeginn, Aufbruch: Diese Vokabeln prägten die Reden auf der Hauptversammlung der Alno AG am heutigen Montag in der Pfullendorfer Stadthalle. Am augenfälligsten ist dieser Neubeginn an der Alno-Spitze. Denn

Wandel, Neubeginn, Aufbruch: Diese Vokabeln prägten die Reden auf der Hauptversammlung der Alno AG am heutigen Montag in der Pfullendorfer Stadthalle.
Am augenfälligsten ist dieser Neubeginn an der Alno-Spitze. Denn dort sitzt erstmals kein Mitglied der Nothdurft-Familie mehr. Arthur Nothdurft, Sohn von Firmengründer Albert, hatte den Vorstandsvorsitz bereits Anfang Mai an Raimund Denk übergeben. Der lenkt die Geschicke des Unternehmens jetzt gemeinsam mit Klaus Bösser und Michael Hummler. Arthur Nothdurft wurde auf der Hauptversammlung gemeinsam mit Alexander Nothdurft in den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft gewählt. Sie rückten für den bisherigen Vorsitzenden des Kontrollgremiums, Jürgen Plenio, und Arnold Nothdurft nach, die ihre Mandate niederlegten.
Bereits von der Bilanz-Pressekonferenz Mitte Mai bekannt, waren die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres (siehe Online-News vom 17.5.), die Raimund Denk den Aktionären präsentierte. Danach konnte der Küchenhersteller seinen Umsatz entgegen dem Brachentrend um 5,7% auf 998,5 Mio. DM steigern (98: 944,4 Mio. DM). Einen gewaltigen Sprung hat Alno beim Ergebnis gemacht. Verzeichnete der Konzern 1998 beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit noch ein Minus von 21,3 Mio. DM, so erzielte das Unternehmen 1999 ein Plus von 1,6 Mio. DM. Der Jahresüberschuss lag mit 1. Mio. DM (98: minus 40 Mio. DM) knapp darunter. Die vor einem Jahr prognostizierte "Schwarze Null" konnte also erreicht werden. Vorstands-Chef Denk nutzte die Aktionärsversammlung gleichzeitig, um ein "Missverständnis" zu klären. Die nach der Bilanzpresssekonferenz aufgekommenen Spekulationen über einen möglichen Rückzug Alnos von der Börse, wies der Manager heute zurück. Ein "Delistening sei bei Alno nie diskutiert worden und auch absolut kein Thema."
Ziel des neuen Vorstandes ist es, den Alno-Konzern in eine "solide Gewinnphase zu führen". Um dieses Ziel zu realisieren, soll "auf Basis eines durchgängigen Projektmanagements" und mit Hilfe von externen Unternehmensberatungen vor allem in die Bereiche Marketing und Vertrieb, EDV, Produktentwicklung, Produktion und Logistik investiert werden.
Vorerst drücken diese Vorhaben und die damit zusammenhängenden Umstrukturierungen allerdings auf das Unternehmensergebnis. So fiel der Umsatz im 1. Halbjahr geringer aus als erwartet und beim Ergebnis gab es rote statt schwarze Zahlen. Aufgrund der eingeleiteten Umstrukturierungen ist der Alno-Vorstand jedoch überzeugt, das Unternehmen bis zum Ende des Jahres wieder in die Gewinnzone führen zu können.