Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes, befürwortet die Testpflicht. Foto: Der Mittelstandsverbund

Mittelstandsverbund ZGV

Ja zur Testpflicht, nein zum Einzelhandels-Lockdown

„Die flächendeckende Testangebotspflicht für alle Arbeitgeber in Deutschland ist als probates Mittel der Eindämmung der Pandemie nachvollziehbar, gerade auch angesichts der mangelhaften nationalen Impfstrategie. Damit aber Schnell- oder Selbsttests von den Unternehmen einsetzbar sind, müssen genügend Kapazitäten verfügbar sein und die Durchführung unbürokratisch handhabbar“, beurteilt der Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes Dr. Ludwig Veltmann die jüngste Initiative der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am Beispiel Berlin werde gezwigt, wie eine Testregelung ad Absurdum geführt werden könne. Dort würde es eine Bescheinigungsplicht geben, unbeaufsichtigte Selbsttests aber ausgeschlossen. Bei näherem Hinsehen drohe dadurch eine Verschärfung des Infektionsgeschehens. 

Gleichzeitig kritisiert der Mittelstandsverbund, dass die Novelle des Infektionsschutzgesetzes, das dem Bund mehr Kompetenzen einräume, bisherige Erkenntnisse über das geringe Infektionsgeschehen auf Verkaufsflächen mit Hygienekonzepten völlig ignoriere und Benachteiligungen für verschiedene Branchen zementiere. „Hier wird wider besseres Wissen die Existenz ganzer Branchen zu Unrecht aufs Spiel gestellt“ moniert Veltmann. Dabei werde von der Politik offensichtlich zugleich die Ausweitung des branchenfremden Vertriebs in nicht vom Lockdown betroffenen Geschäften billigend in Kauf genommen. Das verzerre sowohl den Wettbewerb als auch das systembedingte Privileg globaler Onlineriesen. 

„Mittelständische Unternehmer der vom Lockdown aufs Härteste betroffenen Branchen wollen nicht länger die ,Bauernopfer' einer zu behäbigen, oft widersprüchlichen und am Ende wirkungsschwachen Politik sein“, bekräftigt Veltmann.

Diese Seite teilen