Trendteam

Interview mit Geschäftsführer Ralf Müller

Es sind bewegte Zeiten für den Möbel-Import. Das gilt selbst für einen erfahrenen Einkaufs-Pionier wie Ralf Müller, Inhaber und Geschäftsführer von Trendteam und Inter-Furn aus Steinheim. Nachdem es einige personelle Veränderungen gegeben hat, ist das Unternehmen nun gut aufgestellt, um den Herausforderungen am Markt zu begegnen. Im Gespräch mit der „möbel kultur“ geht es u. a. um neue Sourcing-Regionen, die aktuelle Lage in der Ukraine, wo auch noch heute für Trendteam produziert wird, sowie die derzeitigen Preissteigerungen.

möbel kultur: Herr Müller, im Import-Geschäft ist einiges in Bewegung – wahrscheinlich so sehr wie lange nicht. Was ist da los?
Ralf Müller:
Es ist eine fordernde Zeit für den Möbel-Import. Die Auftragseingänge sind seit Ende April spürbar rückläufig und auf der anderen Seite müssen wir uns ständig damit beschäftigen, dass Lieferketten gestört sind. Und dass Trendteam von dem Krieg in der Ukraine besonders betroffen ist, ist bekannt, weil die Ukraine einer unserer wichtigsten Beschaffungsmärkte war – und noch immer ist.

möbel kultur: Wie ist die Lage in der Ukraine aktuell?
Ralf Müller:
Wie wir angekündigt haben, arbeiten wir weiter mit unseren zehn Lieferanten zusammen und entwickeln gemeinsam neue Modelle für die M.O.W. Dennoch ist die Lage angespannt. Es kommt immer wieder vor, dass Luftalarm ausgelöst wird. Dann ist an Normalbetrieb selbstverständlich nicht zu denken. Das verkompliziert das Reisen, die Produktion und den Transport.

möbel kultur: Wie stark sind Sie von der ukrainischen Industrie abhängig?
Ralf Müller:
Wir haben sogar schon mal 50 Prozent unseres Ordervolumens in der Ukraine abgedeckt und haben daher entschieden, Kontingente umzuschichten, denn das Risiko ist angesichts der ungewissen Zukunft in dem Land zu groß.  Und denken Sie bitte daran, dass wir auch in Weißrussland Lieferanten hatten. Zu Beginn des Krieges war es noch möglich Möbel von dort zu beziehen, aber das ist mittlerweile so gut wie unmöglich geworden. Unsere Handelspartner wollen oder dürfen auch keine Ware mehr von dort beziehen.

möbel kultur: Wie ist die Situation im Wareneinkauf für Sie?
Ralf Müller:
Das Preisniveau ist weiter sehr hoch und es ist auch nicht abzusehen, dass sich die Preis­spirale kurzfristig wieder zurückdreht. Denn jetzt beginnt die Phase der Lohnerhöhungen, was sich ­weiter auf die Logistik auswirkt, wo die Preise ohnehin schon explodiert sind. Das liegt nicht nur an den gestiegenen Diesel-Preisen, sondern auch an regulatorischen Maßnahmen aus Brüssel. Es gibt neue Arbeitszeitgesetze, welche die Logistik deutlich verteuern. Das summiert sich in Polen pro Fahrer auf Mehrkosten zwischen 600 und 800 Euro pro Monat.

möbel kultur: Es ist wirklich nicht einfach gerade...
Ralf Müller:
Schon, aber eines ist doch auch ganz klar. Wir sind als Importeur gefragt, Lösungen für diese dramatischen Umbrüche am Markt zu finden. Das ist unsere Existenzberechtigung. Und gerade sind wir so gefordert wie lange nicht mehr. Man kann es aber auch positiv wenden: Jetzt schlägt wieder die Stunde der Importeure.

Lesen Sie das gesamte Interview in der September-Ausgabe der „möbel kultur“, die Sie hier erwerben können.

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