"Wachstumszentrale" rund um die Koch- und Spültechnik: Im Headquarter Oberderdingen wurde heute vor der Presse Bilanz für die gesamte Blanc & Fischer Holding gezogen.

Mit System gewinnen: Die "Blanco Unit" als Premiumlösung für den multifunktionalen Wasserplatz in der Küche.

Der Kochtisch "Mea" gehört zu den ersten Highlights der neuen Tochter Atoll Living Spaces.

Blanc & Fischer

International, systemorientiert und nachhaltig zu neuen Zielen

Trotz der bekannt schwierigen Rahmenbedingungen konnte die Blanc & Fischer Familienholding einschließlich ihrer Untergruppen wie Blanco, E.G.O. und dem Professional Bereich auch 2021 ein gutes Ergebnis erzielen. In fast allen Bereichen fallen die Umsatzsteigerungen zweistellig aus, sodass der Konzern weltweit mit 9.087 Mitarbeitenden insgesamt 1,389 Mrd. Euro und somit einen Zuwachs von 17,7 Prozent erzielte. „Ein fantastisches Ergebnis“ – zumal der Markt für Haushaltsgroßgeräte, in dem der Konzern rund 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, nur um rund 2 Prozent gewachsen ist, wie der erst seit Januar amtierende CEO Bernd Eckl heute auf einer Pressekonferenz im "Kitchen Valley" Oberderdingen erklärte. 

Stark betroffen vom Materialmangel bis hin zur Havarie der „Ever Given“ im Suez-Kanal war insbesondere die E.G.O. als größte Gruppe mit 772,4 Mio. Euro Umsatz (+17,8%). Das Plus resultiert u. a. auch aus der vollständigen Übernahme des italienischen Spezialisten für Gasbrenner Defendi. Die Blanco-Gruppe war mit 18,5 Prozent auf 482,9 Mio. Euro die erfolgreichste im Gesamtkonzern. Und sogar der Bereich B.Pro konnte trotz Gastronomie-Krise seinen Umsatz um 12,3 Prozent steigern. Seit September 2021 gehört zudem der bayrische Edelstahlverarbeiter Kugel (15 Mio. Euro Umsatz) zum Konzern. Herausragende Erfolge verzeichnet zudem die französische Arpa-Gruppe mit Herden und Einbaukochfeldern (51,2 Mio. Euro Umsatz), bei stark wachsendem Produktportfolio.

Für die Blanco-Gruppe sieht CEO Frank Gfrörer den eingeschlagenen Kurs als Systemanbieter bestätigt und setzt dabei auf eine verstärkte Platzierung der „Blanco Unit“: „Gerade in einem schwierigen Marktumfeld zeigt sich, dass unsere konsequente Ausrichtung auf ein Premium-Markenerlebnis am Wasserplatz in der Küche sowohl unsere Kundinnen und Kunden aus dem Fachhandel als auch unsere Endkonsumentinnen und Konsumenten überzeugt“. Parallel will das Unternehmen die Kommunikation in den digitalen Endkundenkanälen forcieren und entwickelt den Webshop für Ersatzteile und Zubehör mit verbessertem Service weiter. 13 Mio. Euro wurden bereits in die Stärkung des internationalen Produktions- und Logistikverbundes investiert, um die gestiegene Nachfrage sicherzustellen. Seit Mai 2022 ist Blanco überdies in Australien mit einer eigenen Tochtergesellschaft vertreten, während sich das Unternehmen nun vollständig aus dem russischen Markt zurückziehen will. 

Als „aufgehender Stern“ in der Familienholding gilt seit Anfang 2022 das eigene Start-up Atoll Living Spaces. In Partnerschaft mit dem Company Builder Brid Gemaker soll aus dem Geschäftsmodell ein nachhaltig profitables Unternehmen werden. „Die Küche wandelt sich noch stärker zum Lebensraum und ist ein Ort für Begegnungen und das Erleben gemeinsamer Momente“, erhofft sich CEO Bernd Eckl ein Wachstumssegment durch innovative Produkte für den Küchen-, Wohn- und Outdoorbereich. Erste Beispiele sind multifunktionale Kochtische mit hochwertiger Induktionstechnologie sowie hochwertige Outdoorküchen.

„Vollautomatisiert und vernetzt – so präsentiert sich der Lebensraum Küche künftig“, ist Eckl überzeugt. Somit geht es nun über alle Unternehmensgruppen hinweg um eine verstärkte Digitalisierung: Die Einführung von SAP S/4HANA als Standard für alle IT-Plattformen gilt dabei als Grundlage für alle weiteren Maßnahmen zur weitgehenden Automatisierung von Prozessen, um einerseits Effizienz- und Kosteneffekte, andererseits eine schnellere Entwicklung von smarten, auf die Märkte zugeschnittenen Produkten und Geschäftsmodellen zu generieren.

Weiteres Wachstum soll eine breite Aufstellung im Export generieren, wobei auch das Prinzip lokaler Produktionsstandorte weiterhin verfolgt wird. Hier sei der Konzern insbesondere in Asien, der Pazifik-Region und Nord- und Süd-Amerika noch nicht ausreichend vertreten. Amerika ist im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 220,6 Mio. Euro gewachsen und repräsentiert bereits einen Umsatzanteil von etwa 16 Prozent. Der Umsatzanteil Deutschlands sank entsprechend mit 368,1 Mio. Euro auf jetzt 26,5 Prozent. Die übrigen EU-Länder kommen auf 536,7 Mio. Euro (+38,6 %).

Als feste Bestandteil der Konzernstrategie wurde überdies Nachhaltigkeit auf breiter Ebene definiert. Beispielsweise decken seit Januar 2022 alle deutschen Standorte der Familienholding 100 Prozent ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. „Nachhaltigkeit ist für uns keine Pflichtübung oder ein ‚Nice-to-have‘, sondern Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung und ein Wettbewerbsvorteil“, betonte dazu Eckl, wozu vor allem auch die Mitarbeiterentwicklung mit entsprechender Qualifizierung zählt.

Eine konkrete Prognose wagt CEO Bernd Eckl derzeit nicht angesichts volatiler Aussichten. Zu befürchten sei jedoch, dass die Preisspirale noch lange nicht am Ende sei und eher noch auf andere Rohstoffe oder Personalkosten überspringen könnte.

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