Samas Deutschland
Insolvenzverfahren eröffnet
Das Amtsgericht Worms hat gestern das Insolvenzverfahren über insgesamt neun der 26 Gesellschaften der Samas Deutschland Gruppe eröffnet. Zum Insolvenzverwalter des deutschlandweit größten Produzenten und Anbieters für Büromöbel bestellte das
Das Amtsgericht Worms hat gestern das Insolvenzverfahren über insgesamt neun der 26 Gesellschaften der Samas Deutschland Gruppe eröffnet. Zum Insolvenzverwalter des deutschlandweit größten Produzenten und Anbieters für Büromöbel bestellte das Gericht den Wormser Anwalt Tim Brauer, der bereits seit Ende November als vorläufiger Insolvenzverwalter der Samas Gruppe tätig ist. Die Insolvenzeröffnung gilt für sämtliche wesentlichen, nationalen operativen Gesellschaften der Konzerngruppe.
Die Eröffnung ist notwendig, um die Lohnzahlungen an die Mitarbeiter sicherzustellen, nachdem der Zeitraum, in der die Zahlungen über das Insolvenzgeld sichergestellt waren, am 31. Januar 2010 ausgelaufen ist. Sämtliche Ansprüche der Mitarbeiter werden nunmehr direkt durch den Insolvenzverwalter abgedeckt. Dieser betonte ausdrücklich, dass die Lohnzahlungen in den nächsten Monaten auf Grund der vorhandenen Liquidität gesichert sind. Samas hatte am 24. November 2009 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beantragt. Hintergrund war die Finanzkrise, die das Unternehmen mit voller Wucht getroffen hatte.
Brauer erklärte weiterhin, dass die Produktion in vollem Umfang weitergehe, für die Lieferanten und Kunden ändere sich auch mit der Eröffnung des Verfahrens nichts. "Man sieht weiterhin eine große Akzeptanz für die Situation, in der sich Samas befindet. Dies ist in einer solchen Situation nicht selbstverständlich", macht Brauer klar und verweist darauf, dass trotz der derzeit guten Auftragslage auch in der Insolvenz die Kunden klar machen, dass eine möglichst zügige Einigung mit einem potentiellen Investor gefunden werden muss.
Brauer zeigte sich im Hinblick auf diese Gespräche, die derzeit mit der Kinnarps Gruppe geführt werden, wie auch die laufenden Sanierungsbemühungen optimistisch, dass die Restrukturierung und geplante übertragende Sanierung noch in diesem Monat unter Dach und Fach gebracht werden kann. Die Gespräche und Verhandlungen mit allen Beteiligten laufen konstruktiv und ergebnisorientiert.
[page_break]Allerdings macht er auch klar, dass eine Einigung nicht ohne Einschnitte für die Mitarbeiter erfolgen kann. Diese sieht er jedoch im Vergleich zu den Gläubigern der Unternehmensgruppe – die auf Forderungen von mehreren Millionen Euro verzichten werden müssen – auch in der Pflicht, zu einem eigenen notwendigen Beitrag zur Sanierung und dem Erhalt möglichst vieler der derzeit 800 deutschlandweiten Arbeitsplätze. "Keiner wird hier nach der Restrukturierung weniger als den Tariflohn verdienen", macht er klar, dass er zum einen die Notwendigkeit zu erheblichen Einschnitten sieht, auf der anderen Seite bei der Übernahme aber auch faire Bedingungen für die Belange der Arbeitnehmer berücksichtigt werden.

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