Trevira

Insolventes Unternehmen hat Investor gefunden

Aufatmen bei Trevira. Wie das Büro des Wirtschaftsprüfers und Insolvenzverwalters Werner Schneider soeben mitteilte, haben die beiden Unternehmer Stefan Messer und Dr. Karl-Gerhard Seifert wesentliche Teile der insolventen Trevira Gruppe

Aufatmen bei Trevira. Wie das Büro des Wirtschaftsprüfers und Insolvenzverwalters Werner Schneider soeben mitteilte, haben die beiden Unternehmer Stefan Messer und Dr. Karl-Gerhard Seifert wesentliche Teile der insolventen Trevira Gruppe gekauft. Der Kaufvertrag wurde heute notariell beglaubigt. Das bedeutet nicht nur den Erhalt von Jobs. "Mit diesem schnellen Verkauf ist uns die Sicherung von vielen Arbeitsplätzen und Produktionsstandorten gelungen. Zudem wird die Trevira Gruppe als eigenständiges Unternehmen am Markt weiter geführt", erklärt Schneider. Gegenstand des Verkaufs sind neben den Standorten Bobingen, Guben, Zielona (Polen) und Hattersheim auch sämtliche Gebrauchsmuster und Patente der Trevira Gruppe sowie einige Vertriebsniederlassungen. Bis Ende September sollen die Transaktionen unter Dach und Fach sein.
Für die Herren
Messer und Seifert ist Trevira keine Unbekannte: Das Unternehmen gehörte, wie zwei Drittel der Anteile der früheren Messer Griesheim-Gruppe, zu der damaligen Hoechst AG. Dr. Seifert übernahm im Zuge der Restrukturierung der Hoechst AG die Cassella in Frankfurt-Fechenheim, die heute als AllessaChemie firmiert. Messer gelang 2004 die Rückführung von Teilen der damaligen Messer Griesheim-Gruppe in den 100%igen Familienbesitz mit Hilfe von Finanzinvestoren. Messer und Seifert wollen das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs bringen: "Wir sind überzeugt, dass nach mehrmaligem Gesellschafterwechsel in den vergangenen Jahren die restrukturierte Trevira Gruppe wieder alle Voraussetzungen hat, um ein stabiles und zukunftsfähiges Unternehmen zu werden", so Messer. [page_break] Um den raschen Verkauf zu
ermöglichen, werden die betroffenen Unternehmensteile in eine neue Gesellschaft überführt. Der Markenname Trevira bleibt erhalten, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Erlös fließt der
Insolvenzmasse zu und dient damit der Begleichung von Forderungen der Gläubiger. Das neue Unternehmen wird über rund 1.450 Mitarbeiter verfügen, davon 1.300 in Deutschland einschließlich 40 Auszubildender und hat ein geschätztes Umsatzvolumen von rund 210 Mio. Euro pro Jahr. "Wir haben innerhalb von sechs Wochen einen Verkaufsprozess zum Abschluss gebracht und somit einen Fortbestand des Unternehmens gesichert. Ich bin sehr
optimistisch, dass auch unsere Kunden und Lieferanten Trevira die Treue halten werden", so Uwe Wöhner, der neben der Begleitung des Verkaufsprozesses auf Bitten des Insolvenzverwalters derzeit auch das operative Geschäft steuert. Das Insolvenzverfahren läuft unter der Leitung des Insolvenzverwalters Schneider weiter. Nun geht es darum, für die beiden Tochtergesellschaften in Belgien und Dänemark eine Management-Buy-Out-Lösung zu finden. "Wenn unsere aktuellen Planungen eintreffen, dann werden mehr als drei Viertel der bisherigen Arbeitsplätze der Trevira Gruppe erhalten", so Schneider.