Carl Mertens
Insolvent – Investorengespräche laufen
Bereits am 17. April musste die Carl Mertens GmbH Antrag auf vorläufige Insolvenz stellen. Zu den Gründen gehört neben einem erheblichen Umsatzeinbruch ab Februar 2014 auch ein enormer Preisverfall bei
Bereits am 17. April musste die Carl Mertens GmbH Antrag auf vorläufige Insolvenz stellen. Zu den Gründen gehört neben einem erheblichen Umsatzeinbruch ab Februar 2014 auch ein enormer Preisverfall bei den Bestecken auf dem inländischen Markt, so Curt Mertens. "Wir sind selbst bei einem für unsere Verhältnisse sehr günstigen Angebot nicht an die eingeplante Verkaufsmenge im Frühjahrsgeschäft gekommen." Zudem haben sich die Tischgewohnheiten in den letzten Jahren stark verändert. Die Nachfrage in Komplettbestecken mit Gourmetaccessoires bis zur Kaviarschaufel ist deutlich zurückgegangen. "Die Carl Mertens Innovationsrate ist in den letzten beiden Jahren nicht entsprechend den Einbrüchen gewachsen", so der Geschäftsführer.
Darüber hinaus ist laut Curt Mertens der Aufbau des ausländischen Geschäftes aufwendig und erfordere viel Geduld und Zeit. Seit drei Jahren bearbeitet der Hersteller besonders den chinesischen Markt.
"Seit dem 17. April konnten wir die Situation stabilisieren. Carl Mertens ist lieferfähig", betont Mertens. Produkte, die gut abverkauft werden, kommen demnach sofort wieder in die Produktionslinie oder werden so beschafft, dass jeder Kunde in der bisherigen Weise prompt und zuverlässig bedient wird. Seit Anfang Mai liefert das Unternehmen zwölf Neuheiten der Frankfurter Frühjahrsmesse aus, mit denen der Fachhandel die Marke Carl Mertens in den kommenden Monaten erfolgreich abverkaufen kann.
Des weiteren steht das Thema Produktentwicklung nach wie vor auf der Agenda, so der Geschäftsführer. "Mit Stephanie Dresen arbeitet unsere Brandmanagerin an interessanten Neuheiten für die zweite Jahreshälfte und für die Ambiente 2015. Zusätzlich werden die Kosten an die neuen Geschäftszahlen angepasst, die derzeit auch und besonders mit den zahlreichen Partnern auf Seiten des Handels und deren Vermittler abgestimmt werden."
Parallel zur Stabilisierung der laufenden Geschäfte finden derzeit Gespräche mit in- und ausländischen Interessenten statt. Carl Mertens würde sich am besten für einem strategischen Partner eignen, der selbst über einen bestehenden internationalen Kundenkreis in der Branche verfügt und dessen Portfolio mit einer Marke im Premiumbereich ideal ergänzt werden kann. "Auch könnte sich eine ,Solingen-Lösung' anbieten, da besonders aus der Klingenstadt Interesse an Carl Mertens angemeldet wurde." Ausländische Investoren interessieren sich besonders für die Marke, für den Standort Solingen und Germany sowie für die fast 100-jährige Historie des Familienunternehmens.
In den vergangenen Wochen wurden neue Handelsvertreter in den Gebieten Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen eingestellt, ebenso in Benelux. "Unser Ziel ist es, in den kommenden Wochen die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, die anstehenden Investorengespräche erfolgreich zu gestalten, um möglichst zeitnah eine neue Lösung präsentieren zu können", unterstreicht Curt Mertens.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren