VDM

Inlandsmarkt entwickelt sich besser als der Export

Im ersten Halbjahr dieses Jahres verzeichnet die deutsche Möbelindustrie ein Minus von 9,8 Prozent auf 8,1 Mrd. Euro (siehe News von heute morgen). Dieser Rückgang war vor allem im Auslandsgeschäft spürbar. Dieses sank im ersten Halbjahr um 13,2 Prozent (???????) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen ging der Inlandsumsatz lediglich um 8,2 Prozent zurück. In den meisten Ländern reduzierte sich der Absatz vor dem Hintergrund der negativen Auswirkungen der Corona-Krise deutlich, wenngleich es auch hier wichtige Ausnahmen gab. Besonders erfreulich sei die Steigerung der Ausfuhren in die Schweiz als mittlerweile wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie mit einem Plus von 4,6 Prozent“, sagte VDM-Geschäftsführer Jan Kurth. Frankreich als jahrelange erste Zielregion für deutsche Möbel belegt aktuell Platz zwei im Ranking der wichtigsten Exportmärkte mit einem signifikanten Minus von 18,2 Prozent, gefolgt von Österreich mit --15,9 Prozent und den Niederlanden mit -5,2 Prozent. In fast allen anderen europäischen Exportmärkten wurden deutliche Rückgänge verzeichnet. Eine Ausnahme bildete der finnische Markt mit +4,8 Prozent. Die negativen Auswirkungen des Ende Januar 2020 erfolgten Brexits bekam die Möbelindustrie bereits in den vergangenen Jahren deutlich zu spüren. Allein zwischen den Jahren 2016 und 2019 reduzierten sich die deutschen Möbelausfuhren nach Großbritannien um rund 11 Prozent. Diese negative Tendenz wurde durch die Auswirkungen der Pandemie auf die britische Wirtschaft zusätzlich verstärkt. In der Folge brach der Absatz deutscher Möbel im Vereinigten Königreich von Januar bis Juni 2020 im Vorjahresvergleich um 19,4 Prozent ein. Eine fundamentale Besserung der Lage sei angesichts des nach wie vor fehlenden politischen Konsenses über die zukünftige Ausgestaltung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich nach wie vor nicht in Sicht.

Die außereuropäischen Exportmärkte entwickelten sich im bisherigen Jahresverlauf uneinheitlich. Besonders erfreulich ist aus Branchensicht, dass der weltweit größte chinesische Möbelmarkt nach der Überwindung der Folgen der Corona-Krise sehr schnell zu seiner alten Stärke zurückfindet – die deutschen Möbelexporte nach China kletterten im ersten Halbjahr 2020 um 1,9 Prozent. Während der Rückgang in Russland mit -9,4 Prozent verhalten ausfiel, wurde der US-amerikanische Möbelmarkt angesichts der hohen Infektionszahlen und der dramatischen Auswirkungen der Pandemie auf die US-Wirtschaft noch stärker in Mitleidenschaft gezogen. Die deutschen Möbelexporte in die USA gingen um 10,3 Prozent zurück. Südkorea entwickelte sich vor dem Hintergrund der Pandemie zwar ausgesprochen positiv (+11,6%), allerdings bewegen sich die Ausfuhren in dieses aufstrebende asiatische Land noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Gleichwohl bleiben die USA, China und Russland weiter im Fokus der deutschen Exportaktivitäten.

Auch die Möbelimporte standen im ersten Halbjahr 2020 unter Druck. Nachdem diese im Gesamtjahr 2019 noch leicht gestiegen waren, sanken sie von Januar bis Juni 2020 um 8,4 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Die Dynamik in den einzelnen Ländern zeigte sich jedoch uneinheitlich – deutlichen Rückgängen in einigen Ländern standen signifikante Steigerungen in anderen Ländern gegenüber. Überdurchschnittlich stark stiegen die Einfuhren aus Vietnam (+11,5%), Rumänien (+15,1%), Indonesien (+7,3%) und Belarus (+33,2%). Polen verlor dagegen 12,6 Prozent, blieb jedoch wie in den vergangenen Jahren das mit Abstand wichtigste Möbelherkunftsland. Mehr als jedes vierte nach Deutschland importierte Möbel (29,7%) stammt inzwischen aus unserem östlichen Nachbarland. Die Importe aus dem zweitwichtigsten Importland China gingen um 1,9 Prozent, die Importe aus dem drittplatzierten Italien um 16,5 Prozent zurück. Trotz der aktuellen Verschiebungen in Richtung Osteuropa und Südostasien weist die Struktur der deutschen Möbelimporte weiterhin eine hohe Konzentration auf: Allein auf die wichtigsten Lieferländer Polen und China und Tschechien entfallen aktuell 56 Prozent. Das Außenhandelsdefizit stieg im bisherigen Jahresverlauf um 19,6 Prozent auf rund 0,6 Mrd. Euro. Ursächlich hierfür war der im Vergleich zum Rückgang der Importe höhere Rückgang der Exporte.

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