CDU-Möbelrunde "Forum Göhner"
Impulse für den Weg aus der Krise
Möbler, Politiker und regionale Wirtschaftsvertreter zu Gast im Ausstellungszentrum von Nolte-Küchen in Löhne. Dr. Reinhard Göhner, CDU-Mitglied des Bundestages, hat zur traditionellen Möbelrunde eingeladen. Die 14. Veranstaltung läuft unter dem
Möbler, Politiker und regionale Wirtschaftsvertreter zu Gast im Ausstellungszentrum von Nolte-Küchen in Löhne. Dr. Reinhard Göhner, CDU-Mitglied des Bundestages, hat zur traditionellen Möbelrunde eingeladen. Die 14. Veranstaltung läuft unter dem Begriff "Forum Göhner". Das Thema gestern nachmittag: "Chancen in der Krise – zur Lage der Möbelindustrie". Dazu ein kompetent besetztes Forum: Helmut Lübke (interlübke, Präsident VDM und HdH), Hermann Gärtner (Porta-Möbel), Gerd Strickmann (Nolte-Küchen), Dirk-Walter Frommholz (Polstermöbel Frommholz), Dr. Lucas Heumann (Verband der Westfälischen Holzindustrie), Dirk-Uwe Klaas (Hauptverband der Deutschen Holzindustrie).
Krise – der Begriff hat sicher nicht allen geschmeckt, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren, denn nicht allen Möbelbereichen geht es schlecht. Alle Podiumsteilnehmer beklagten jedoch übereinstimmend eine allgemeine Verunsicherung der Verbraucher. Die Folge: Kaufzurückhaltung. Gerade Möbel gehören gehören nicht zu den lebensnotwendigen Gütern. Geplante Anschaffungen werden häufig zurückgestellt. Zumal den Möbeln meist auch der Prestigefaktor fehle, mit dem Autos, Elektronik oder auch Fernreisen aufwarten können.
Hier setzt Selbstkritik an. Der VDM/HDH-Präsident Helmut Lübke appelliert in seinem Einführungsreferat an seine Hersteller-Kollegen, ihre Ware nicht zu verschleudern, stark zu bleiben und keine selbstmörderischen Preiszugeständnisse zu machen. "Möbel sollten ein Kulturgut sein – aber wie gehen wir damit um!" Meint damit aber auch den Handel, den er sich solidarischer wünscht. Die Lage könne nur gemeinsam gemeistert werden. Immerhin sei im Möbelhandel aufgrund der Flächenexpansion auf heute mehr als 22 Millionen Quadratmeter der Industrieumsatz pro Quadratmeter auf 1.900 DM gesunken; Mitte der 60er Jahre habe dieser Wert einmal 12.000 DM betragen.
Kritisch zu beurteilen bei der Industrie: die immer noch zu hohen Lieferzeiten, die zu hohen Reklamationsquoten. "Das kostet uns jährlich 2 Milliarden DM. Hier sitzen Handel und Industrie in einem Boot.
Bei allen Podiumsteilnehmern Zutimmung zur Forderung, mehr Kreative Lösungen zu suchen, bei denen der Begriff Design anders als herkömmlich gesehen wird. Neben der Form die Haptik, die Qualität und die Ökologie eines Produktes sehen, also auch die Lebensdauer oder Servicefreundlichkeit. Diesen Designanspruch zu kommunizieren, da liege die Hauptchance der Möbelbranche. Dann könne man auch erst über die Werte von Möbeln sprechen und dann über den Preis.
Göhner versprach, die Lage der Branche, ihre Belastungen durch falsche politische Entscheidungen sowie die Sorge um die Verunsicherung der Verbraucher in Berlin vorzutragen und weiter auf Handeln der Regierenden zu drängen. Sprach sich aber dagegen aus, Überkapazitäten mit staatlicher Unterstützung zu erhalten. Er sei überzeugt, die Möbelindustrie in Ostwestfalen-Lippe könne mit eigenen Anstrengungen den Weg aus der Krise schaffen.
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