Alno

Impuls Küchen an Steinhoff verkauft

Schon im Januar gab die Steinhoff-Gruppe ihren Plan bekannt, in die Küchenproduktion einzusteigen – und lokalisierte diese in Brilon, dem Standort der Bad-Tochter Puris. Dies wird nun auf neue Art

Schon im Januar gab die Steinhoff-Gruppe ihren Plan bekannt, in die Küchenproduktion einzusteigen – und lokalisierte diese in Brilon, dem Standort der Bad-Tochter Puris. Dies wird nun auf neue Art und Weise konkret. Denn am Samstag konnte sich die Steinhoff Holding mit der Alno-Gruppe über die Übernahme von Impuls Küchen einigen – das Werk liegt direkt neben dem Gelände der Badproduktion von Puris, die bis 2003 ebenfalls zu Alno gehörte.

Aus Alno-Sicht ist der Verkauf der Küchentochter, die in der unteren Mitte des Marktes positioniert ist (Umsatz 2013: 98 Mio. Euro/242 Mitarbeiter), der nächste Schritt in der strategischen Neuausrichtung. Wobei die verbleibenden Töchter Alno, Wellmann und Pino jetzt im Heimatmarkt klarer differenziert werden könnten, indem starke Überschneidungen entfallen. Insgesamt verliere die Restrukturierung damit an Komplexität und auch die Kostenstruktur werde flexibler und effizienter, so lautet die Argumentation laut Pressemeldung.

Gleichzeitig ist von einer strategischen Kooperation mit Steinhoff die Rede. So werde Alno künftig langfristig mit der Gruppe zusammenarbeiten. Zu ihr gehören u. a. die Handelsketten Poco sowie Conforama in Frankreich und Südeuropa, Harveys in Großbritannien sowie Kika/Leiner in Österreich und Zentral-/Osteuropa. Angesichts einer besseren Auslastung der verbleibenden Alno-Werke sowie Skaleneffekte in Einkauf und Produktion bedeute die Transaktion letztlich für beide Seiten eine Win-Win-Situation, betont CEO Max Müller: „Die Steinhoff Gruppe kann ihre eigenen strategischen Ziele schneller angehen, während wir mit der Restrukturierung unseres Unternehmens einen entscheidenden Schritt vorankommen. Zudem sind mit der Transaktion alle Arbeitsplätze bei Impuls gesichert."

Der neuerliche Kapitalzufluss kommt unter anderem Alnos internationaler Wachstumsstrategie zugute. Im Fokus steht hier insbesondere das Anfang dieses Jahres gestartete Joint Venture mit der russischen Pervaya Mebel'naya Fabrica (1mf). „Wir haben in diesem Jahr drei große Meilensteine in der Neuausrichtung der Alno erreicht: Neben dem Verkauf von Impuls gehören auch die Gründung des Joint-Venture in Russland und die jüngst erfolgte Kapitalerhöhung durch unseren chinesischen Partner Nature dazu. Gerade diese Verbindung wird uns in der nahen Zukunft bedeutende neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen“, erklärt Müller.

Die Unterschriften unter die Übernahmeverträge wurden am Samstag unter Zustimmung des Alno-Aufsichtsrats geleistet, kurz vor der Aktionärshauptversammlung, die morgen in Pfullendorf stattfindet. Der Besitzwechsel erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamtes zum 30. Juni 2015. Liefer- und Serviceverträge sichern bis zum 31. Dezember 2015 den Betriebsübergang. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.