VDM
Importquote steigt auf 58 Prozent durch mehr Lieferungen aus Osteuropa – Export lahmt weiter
VDM-Präsident Axel Schramm lieferte auf der heutigen Jahres-Wirtschaftspressekonferenz aktuelles Zahlenmaterial über die deutschen Möbel-Im- und Exporte. Demzufolge wird der Inlandsmarkt zunehmend von Importware dominiert. Mittlerweile liegt die Importpenetrierung – also
VDM-Präsident Axel Schramm lieferte auf der heutigen Jahres-Wirtschaftspressekonferenz aktuelles Zahlenmaterial über die deutschen Möbel-Im- und Exporte. Demzufolge wird der Inlandsmarkt zunehmend von Importware dominiert. Mittlerweile liegt die Importpenetrierung – also der Anteil der Importware an den in Deutschland verkauften Möbeln – bei 58 Prozent. Und trotz schwierigem Marktumfeld in Deutschland steigen die Importe auch 2014 weiter. Allein in den ersten fünf Monaten 2014 legten die Möbelimporte um 6,8 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro zu.
Polen liegt nach wie vor unangefochten an der Spitze der wichtigsten Ursprungsländer für Möbeleinfuhren nach Deutschland und baut seine Position weiter aus: Von Januar bis Mai des laufenden Jahres kletterten die Möbeleinfuhren aus unserem östlichen Nachbarland überdurchschnittlich schnell um 7,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Damit stammt inzwischen jedes vierte importierte Möbel aus Polen. Das zweitwichtigste Lieferland bleibt China.
Insgesamt konnten im bisherigen Jahresverlauf vor allem osteuropäische Länder wie Tschechien (+65,1%), Ungarn (+14,3%) oder Litauen (+10,3%) ihre Lieferungen nach Deutschland kräftig steigern. Demgegenüber gehen die Möbelimporte aus den traditionellen Lieferländern wie Italien (-6,7%), Österreich (-18,5%) oder Schweden (-11,7%) weiter zurück.
Zu den deutschen Möbelausfuhren sagte Schramm: "Mit einer Exportquote von rund 30 Prozent bezogen auf den Industrieumsatz liegt die Möbelindustrie weit hinter anderen Industriebranchen in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf dem bereits eingeschlagenen Weg der Internationalisierung weitermachen. Stichworte sind mehr Exportaktivitäten, besseres Marketing und die Untermauerung unserer hohen Qualitäts- und Designkompetenz. Wir müssen neue Zielmärkte aufbauen, auch in Emerging Markets."
Daher seien Messebeteiligungen in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland so wichtig. Und deshalb nehme die Branche auch am Auslandsmesseprogramm des Bundes teil, in dem jährlich rund zehn internationale Messen gefördert werden. Im kommenden Jahr gehören dazu:
1. Interior Mebel, Kiev, Ukraine
2. Interzum, Guangzhou, China
3. MTKT innovation, Kiev, Ukraine
4. Mosbuild, Moskau, Russland
5. UMIDS, Krasnodar, Russland
6. Index, Dubai, VAE
7. Rooms, Moskau, Russland
8. Hotel Show, Dubai, VAE
9. Home+Building, Tokio, Japan
10. Mebel, Moskau, Russland
Die Bedeutung dieses Themas werde deutlich, "wenn man bedenkt, dass der Export unserer Möbel von Januar bis Mai 2014 insgesamt um 0,8 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro sank." Die Ausfuhren in die EU-Länder gingen um 0,4 Prozent, die Exporte in die europäischen Länder außerhalb der EU um 1,5 Prozent zurück. Schmerzliche Rückgänge von 5,1 Prozent verzeichnete der Absatz nach Asien. Die Ausfuhren in unseren wichtigsten Markt Frankreich sanken um 8,3 Prozent. Die Schweiz als zweitwichtigster Exportmarkt importierte 1,3 Prozent weniger Möbel aus Deutschland. Auch Österreich, das aktuell Platz drei im Gesamtranking belegt, entwickelte sich mit minus 4,1 Prozent nicht gerade erfreulich. Demgegenüber konnte der britische Markt seine Wachstumsschwäche überwinden und zeigt sich wieder robust -die Ausfuhren ins Vereinigte Königreich konnten in den ersten fünf Monaten 2014 um acht Prozent gesteigert werden.
Der niederländische Markt – derzeit auf Platz vier im Exportranking – ist vor einigen Jahren regelrecht zusammengebrochen und hat sich seither nur bedingt erholt, die Möbelausfuhren dorthin gingen um 2,3 Prozent zurück. Schwierig ist es nach wie vor in den südeuropäischen Ländern.
Auch in Russland und China seien die Märkte derzeit schwierig, "wenngleich das Potenzial dort enorm ist." Besser laufen die Geschäfte in Osteuropa und den USA, wo die Deutschen derzeit besonders erfolgreich unterwegs sind. Allein in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres konnte ein Anstieg der deutschen Möbelexporte über den Atlantik um 7,2 Prozent verbucht werden.
"Markteroberungen brauchen Vorbereitung, Geduld und Geld. Als deutsche Unternehmen müssen wir uns mit den Sprachen, Kulturen, Geschmäckern und den jeweiligen Kommunikationswegen auseinandersetzen. Gerade über das Internet und die sozialen Medien können wir als Mittelständler international gezielt und kostengünstig kommunizieren. Das sollten wir ebenso nutzen wie die internationalen Messe-präsenzen unter Koordinierung des VDM. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man diese Schritte gehen muss und dass sich die Mühe lohnt", resümiert Schramm.
"Insgesamt steht unsere heimische Möbelindus-rie gerade im Vergleich zu unseren Hauptwett-bewerbern Italien, Frankreich und Österreich sehr gut da. Deshalb wrden wir auch die aktuellen Absatzprobleme im In- und Ausland überwinden und mittelfristig wieder wachsen. Denn mit unseren gut ausgebildeten Fachkräften produzieren wir exzellente Möbel, die weltweit ihresgleichen suchen."

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