Begros-Messe in Köln

Immer weiter auf dem Weg zum Mehrwertverbund

Da war schon ordentlich Zug drin an den vergangenen beiden Tagen in Halle 1 des Kölner Messegeländes. Am Montag und Dienstag veranstaltete die Begros ihre diesjährige Verbandsmesse bereits zum dritten Mal im Sommer in der neuen, gut klimatisierten Ausstellungshalle. Gleich an mehreren Punkten zeigte sich, wie die 14 – mit Möbel Rieger bald 15 – Mitglieder auf Schlagkraft und Effizienz und natürlich auch Begros-typisch auf kompetitive Preise aus sind. „Der Preis ist Teil des Einkaufserlebnisses und dieser Faktor ist gerade wieder ein entscheidender“, erklärte Begros-Geschäftsführer Oliver Müther.

„Unsere Messe ist ein Anker. Es muss einen Live-Impuls geben, wo wir mit Dienstleistern, der Industrie und unseren Inhaber:innen die Weichen stellen – mit aller Effizienz“, sagt Oliver Müther, Begros-Geschäftsführer. „Uns zeichnet nun mal die Schwarmintelligenz aus.“

Konzentration auf Kernlieferanten
Zu sehen war der Anspruch an Volumen und Durchschlagskraft auch in der Konzentration auf die Kernlieferanten, mit denen die Begros strategisch zusammenarbeitet – Rauch, Polipol, 3C, Bega etc. Neu waren „nur“ zwei Namen: Caressi (Spülen aus den Niederlanden) und Skalik (Kastenmöbel aus Polen). „Es ist eine Zeit, in der man im Möbelhandel keine unnötigen Risiken eingeht. Die Lage ist nach wie vor angespannt, deshalb schauen wir uns bei neuen Lieferanten auch mehr an als nur das Sortiment“, stellte Oliver Müther klar. „Wir erwarten erst für 2026 positive Auswirkungen der veränderten politischen Rahmenbedingungen.“ Der Zeitpunkt für die Messe ist somit weiterhin passend, denn die frische Ware kann pünktlich zum Herbst, spätestens zum Weihnachtsgeschäft in den Ausstellungen stehen – zumal im Import, der für die Begros nicht unwesentlich ist, noch längere Vorlaufzeiten bestehen.

Messe als Anker und Impulsgeber
„Unsere Messe ist ein Anker. Es muss einen Live-Impuls geben, wo wir mit Dienstleistern, der Industrie und unseren Inhaber:innen die Weichen stellen – mit aller Effizienz“, sagt Müther. „Uns zeichnet nun mal die Schwarmintelligenz aus.“ Das wird auch die Marschroute für 2026 sein. Ohne den großen roten Konkurrenten zu nennen, ruft die Begros die Local-Hero-Strategie aus – mit Charakter, regionaler Stärke und einem gemeinsamen Verständnis vom Möbelhandel wollen die Mitglieder das Ruder nach zuletzt schwacher Branchenkonjunktur wieder herumreißen. Da passt es natürlich ins Bild, dass die Krieger-Gruppe sich auf der Messe intensiv einbrachte, denn rückwirkend zum 1. Januar 2025 ist die KHG nun auch Begros-Gesellschafter geworden und Möbel Rieger dockt bekanntlich zum 1. Januar 2026 an. Ob noch mehr Bewegung in der Verbandslandschaft zu erwarten ist? Müther erklärt vielsagend: „Es ist unsere Aufgabe als Begros auch nach draußen zu signalisieren, was uns stark macht. Wir sind nicht nur, wie oft extern behauptet wird, ein reiner Konditionenverband, sondern ein Mehrwertverbund. Wir haben noch Potenzial.“

Mondo als starke Marke
Eine klare Linie herrscht mehr denn je auch bei Mondo. Die Markenstruktur wurde pünktlich zum Roll-out in den Krieger-Häusern gestärkt, was der Performance der Eigenmarke nach dem Wegfall der Porta-Flächen einen Push verleihen wird. Während die Labels Valmondo und D-Sign (schon seit zwei Jahren nicht mehr geführt) spezifische Zielgruppen ansprechen sollten, sind diese nun als Mondo Natur (Milieu: Familien und Umweltbewusste), Mondo Comfort (Milieu: Best Ager) und Mondo Design (Milieu: Performer) unter der Dachmarke gebündelt – mit flexiblen und leicht umsetzbaren Kollektionengestaltungen. Schließlich wurden in den vergangenen neun Jahren viel Geld und Aufwand in Mondo investiert, sodass es Sinn macht, die drei Kollektionslinien an Mondo aufzuhängen. „Einerseits nutzen wir die Bekanntheit der Marke, andererseits schaffen wir es über die drei Kollektionen Design, Natur und Comfort, spezifische Zielgruppen mit Mondo anzusprechen“, erklärt Begros-Marketingleiter Thomas Brüll. Gezeigt wurden sowohl Bestandsmodelle als auch neue Entwicklungen, die die Einkäufer:innen der 14 Mitglieder erst noch überzeugen mussten – dafür ist die Messe schließlich da.

Kampagne mit Annette Frier
Für zusätzlichen Schwung soll wieder eine Mondo-Herbstkampagne mit Testimonial Annette Frier sorgen, die als 360-Grad-Kampagne für viel Aufmerksamkeit und Frequenz sorgen soll. „Das Ergebnis im vergangenen Jahr war so positiv, dass wir das Ganze wieder aufsetzen. Wir freuen uns also jetzt schon auf den Herbst“, so Brüll.

Vito trifft den Nerv der Zeit
Nicht weniger wichtig ist aktuell die zweite Begros-Marke im mittleren Preisbereich, die unterhalb von Mondo angesiedelt ist: Vito. Die Preisstellung dieser Marke trifft aktuell sehr genau den neuralgischen Preispunkt, den die Verbraucher:innen ansteuern. Vito steht entsprechend auch bei allen Partnern, bald auch bei der KHG-Gruppe und im kommenden Jahr dann sicher auch bei Rieger.

Jubiläum der Importgesellschaft
Ihr 25-jähriges Jubiläum feierte die Begros-Importgesellschaft HPI mit den beiden Geschäftsführern Carsten Hillers und Frank Dehm, die etwa 3.000 Container pro Jahr abwickelt. „Das ist eine Perle, die wir pflegen werden“, erklärte Oliver Müther. Das fällt bei einem 30-prozentigen Auftragsplus in diesem Jahr auch gar nicht schwer. Natürlich wurden die Aktivitäten der Importgesellschaft insbesondere von den Importeuren und den Großhändlern unter den Begros-Lieferanten besonders beäugt, „allerdings können wir uns den Vorteilen, die im Direktimport liegen, nicht verschließen“, bekräftigte Müther.

CGI als Zukunftsthema
Ebenfalls ein großes Thema auf der Messe: CGI. Gemeinsam mit dem Technologiepartner ODG aus Nürnberg liefert die 3D-Scan-Technologie dreidimensionale Reproduktionen der Objekte – sowohl kleine Artikel wie Leuchten oder Accessoires als auch Großmöbel, wie Geschäftsführer Sebastian Kuhn vor Ort erklärte. Sie erfasst sowohl die gesamte Form eines Objekts als auch die hochaufgelöste, detaillierte Farb- und Oberflächeninformationen. Das 3D-Modell erhält optimierte Texturen und Geometrien, u. a. für Physically-Based-Rendering-Workflows (PBR). Das bedeutet, dass die Daten neben dem natürlichen Lichtverhalten auch physikalische Attribute wie Reflexion, Streuung und metallische Haptik berücksichtigen und somit natürlich viel realistischer und ansprechender wirken. Die digitalen Zwillinge können dann entlang der gesamten Customer Journey – ob 2D, 3D, Bewegtbild – flexibel für das Marketing eingesetzt und problemlos an andere Dienstleister übergeben werden. Die Kostenvorteile liegen dabei auf der Hand, wenn nicht für jeden Zweck ein neues Shooting angesetzt werden muss. Die Schnelligkeit in der Umsetzung ist nicht weniger bestechend.

Plattform für Ideen und Austausch
Insgesamt entwickelt sich die Begros-Messe bei aller Effizienz aber ganz offensichtlich auch immer stärker zur Plattform für Ideen und Austausch. Ein Vortragsprogramm – inklusive eines erfrischend sympathischen Impulsvortrags von Sonja Krieger – komplettierte das Messeangebot. Gleichzeitig richtet sich das Format nicht nur an die Einkäufer:innen in den Partnerunternehmen, sondern auch an die Marketing- und IT-Abteilungen, die sich auf der Messe schlau machen und abstimmen können. Die Begros-Messe war somit ganz klar eine Plattform der Weichenstellung: „Es braucht Klarheit und Konsequenz – und daran arbeiten wir auf allen Ebenen. Unsere Inhaber:innen bringen sich mehr denn je ein, diese herzustellen und zu erreichen”, so Müther.