IFA Berlin Resümee

Aussteller- und Besucherzahlen auf Rekordhoch

Viel hilft viel: Der immense Medienrummel, der vom Veranstalterteam der IFA Management GmbH rund um CEO Leif Linder in den Wochen vor Messebeginn losgetreten und während der Besuchertage kontinuierlich hochgehalten wurde, hat sich voll ausgezahlt. Die Bilanz ist besser denn je – mit ausverkauften Ausstellerflächen, einer Vielzahl an Weltneuheiten und einem neuen Besucherrekord in der 101-jährigen Geschichte der IFA.

Bild von der IFA 2025, Innenhalle (Eingang), Besucherströme
Die IFA 2025 geht mit einem neuen Besucherrekord zu Ende: 220.000 Gäste zählten die Veranstalter in ihrem Resümee. (Foto: IFA)

Leif Lindner kündigte es schon zu Beginn der Auftaktpressekonferenz im Berliner Messezentrum an: Diese IFA wird Geschichte schreiben – ganz gleich, wie die tatsächlichen Besucherzahlen hinterher aussehen würden. Das Veranstaltungsgelände war mit 190.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und 1.900 Ausstellern nämlich so vollbelegt wie noch nie. Fazit: sold out.

So großes Medienecho wie noch nie

Dass sich der mitreißende Erfolg der 100. Ausgabe in 2024 auch in diesem Jahr noch einmal wiederholen konnte, dürfte unter anderem auch auf die umtriebige Marketing- und Kommunikationsstrategie der IFA-Veranstalter zurückzuführen sein. Aus allen Rohren – oder besser gesagt, auf allen Kanälen – wurde geschossen: Instagram, TikTok, YouTube, dazu mehrmals wöchentliche Newsletter, Keynotes und Pressekonferenzen im Vorfeld, Radiowerbung und Influencer-Marketing. Selbst die Tagesschau kam vorbei, um CEO Leif Lindner an den sogenannten „Media Days“ zu interviewen.

Das Format, um die Presse in Ruhe und ungestört von Besuchermassen über technologische Neuheiten zu informieren, gibt es zwar schon länger. Seit letztem Jahr wurden allerdings auch verstärkt „Content-Creator:innen“ eingeladen – und in diesem Jahr zogen ganze Schulklassen bereits neugierig übers Gelände, die ihrerseits in einer sehr jungen Zielgruppe ein recht präsentabler Verstärker der IFA-Botschaften sein dürften.

Besucherströme IFA 2025 Außengelände
Gute Anbindung: Besucher:innen strömen von der nahe gelegenen S-Bahn-Station auf das IFA-Messegelände. (Foto: IFA)

Neuer Besucherrekord: 220.000 Gäste

Das Ziel? Höher, schneller, weiter natürlich – aber eben auch, das Selbstverständnis als „weltweit größte Messe für Home und Consumer Electronics“ einmal mehr zu unterstreichen und aufrecht zu erhalten. Hat geklappt: 220.000 Besucher:innen vermeldete die IFA zum Abschluss ihrer Messe vom 5. bis 9. September, was wahrscheinlich ähnlich vage gezählt wurde wie der Besucheransturm im vergangenen Jahr („215.000+“), aber sei’s drum. Viel los war allemal. Damit hat das IFA Management Team nicht nur geschafft, die zuletzt angestaubte und vor allem angezweifelte Tech-Messe in ihrer Attraktivität für Aussteller und Gäste wiederzubeleben, sondern sie darüber hinaus zu einem „Must-see“ für technologische Premieren zu machen.

Bosch Hausgeräte Messestand IFA 2025 mit Sally Özcan
Auch am Stand von Bosch Hausgeräte gab es beim Kochen und Backen mit Unternehmerin Sally Özcan von “Sally’s Welt” traditionell einen großen Besucherandrang. (Foto: IFA)

Hausgerätehersteller aus China mit übermächtiger Präsenz

Genau das spiegelte sich nämlich im Messe-Repertoire zahlreicher Hersteller – auch aus der Hausgerätebranche – wider: Plötzlich ist die IFA erneut ein guter Auftakt für den anstehenden Messeherbst – und ein Event mit Strahlkraft, von dem weltweit berichtet wird. Ideal für „Weltneuheiten“, wie sie die BSH und Miele beispielsweise mit der Dampfschublade vorstellten. Aber auch ein ziemlich spannender Vergleich auf offener Fläche, was den Wettbewerb aus China (Haier, Hisense, Midea) und Europa angeht.

Während Marktgestalter aus Fernost trotz ihrer immensen Größe und ihrer drückenden Marktkraft auf der Küchenmeile in Ostwestfalen noch weitgehend unsichtbar bleiben, lässt sich auf der IFA längst das Ausmaß derer Reputation bestaunen. So hüllen Haier und Midea den Außenauftritt des Berliner Messegeländes seit einigen Jahren in großformatige Banner – und ziehen Besucherströme mit ausladenden Messeständen und vorgeblicher High-Tech-Hochwertigkeit an. Einige Backöfen von Haier sind beispielsweise von italienischer Handschrift getragen, wie sich einem Schild am Stand entnehmen ließ. Europa, insbesondere deutsche Hausgerätehersteller, dürften angesichts der Präsenz der chinesischen Marke bei einer jungen Zielgruppe ins Schwitzen kommen.

IFA Innovation Awards: Miele und Liebherr ausgezeichnet

Zurück zur IFA-Bilanz 2025: Weil KI immer stärker sämtliche Entwicklungen im Haus- und Unterhaltungsgerätesegment beeinflusst, ist hier längst vom „AIoT“ statt vom „IoT“ (Internet of Things) die Rede. Als besonderes Highlight wurden zudem erstmalig die „IFA Innovation Awards“ vergeben, die bereits im ersten Jahr ihrer Durchführung rund 500 Bewerbungen erhalten hätten. Ausgezeichnet wurden unter anderem Miele („Best Brand“), Samsung („Best of Tech“) und Liebherr („Best in Sustainability Tech“). Apropos Marktführerschaft aus Fernost: Das chinesische Unternehmen „Dreame“, das erst 2017 gegründet wurde und sich eigentlich vorrangig auf Saugroboter spezialisiert hat, wurde in der Kategorie „Best in Home Appliances“ tatsächlich für seinen vollintegrierten Geschirrspüler ausgezeichnet. Zufall? Wohl kaum.

Ausgezeichnet: Dr. Markus Miele (mi.) und Axel Kniehl (re.) nahmen die Auszeichnung des IFA Innovation Awards von Leif Lindner entgegen. (Foto: IFA)
Ausgezeichnet: Dr. Markus Miele (mi.) und Axel Kniehl (re.) nahmen die Auszeichnung des IFA Innovation Awards von Leif Lindner entgegen. (Foto: IFA)

IFA 2026: Erste Aussteller-Zusagen

Die IFA 2026 steht somit schon jetzt unter einem ganz anderen Stern als früher: „Dabei sein ist alles“ wurde längst abgelöst von einem technologischen Wettlauf, dem es – auch mit Blick auf die mediale Rundum-Berichterstattung – standzuhalten gilt. Leif Linder setzt den Maßstab vorsichtshalber schon jetzt hoch: „Die IFA baut Brücken und steht für Innovation, Connectivity, Networking und Weltoffenheit. Genau das macht sie für Aussteller, Besucher und die Politik gleichermaßen attraktiv. Dass bereits jetzt zahlreiche Aussteller ihre Teilnahme für 2026 zugesagt haben, bestätigt, dass das neue IFA Konzept aufgeht“, sagte er in einem Abschlussbericht.