HDH

Holzpreise drohen zu explodieren

Keine guten Nachrichten im Vorfeld der "imm cologne": Holz verteuerte sich in den vergangenen 12 Monaten durchschnittlich um etwa 30 Prozent. Und auch für dieses Jahr stehen die Preise weiter

Keine guten Nachrichten im Vorfeld der "imm cologne": Holz verteuerte sich in den vergangenen 12 Monaten durchschnittlich um etwa 30 Prozent. Und auch für dieses Jahr stehen die Preise weiter unter Druck. Der Grund: Zum einen steigt die Nachfrage nach Brennholz. Zum anderen kommt eine wachsende Inlandsnachfrage nach Industrieholz und ein deutlich zunehmender Export hinzu. Die Folgen seien, so Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industriezweige (HDH), in sämtlichen Teilbranchen der Holzindustrie spürbar: "Die Spanplattenpreise für die Möbelindustrie stiegen um 20 bis 30 Prozent binnen 12 Monaten, Bauholz verteuerte sich ebenfalls um rund 25 Prozent, Eiche für die Parkettherstellung ist immer schwieriger zu bekommen und 35 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Auch im Verpackungsbereich tauchen die ersten Engpässe auf, nachdem sich Palettenholz in 2006 um rund 30 Prozent und Verpackungsholz um rund 25 Prozent verteuerte."
Für die Verbraucher werden Holzprodukte und Möbel auf jeden Fall teurer. Die Preisanstiege können nur dann begrenzt werden, wenn schnell zusätzliches Holz in den Markt gelange, so Klaas. Vor diesem Hintergrund fordert der HDH, mehr Kapazitäten für den Rohstoff freizugeben. Auch wenn der Einschlag in den Staatswäldern bereits erhöht worden sei, sollten sich die Landesforstbetriebe verstärkt auf marktgängige Produkte konzentrieren und flexibler agieren, so die Forderung. Weiter heißt es: "Der oftmals kleinteilige Privatwald muss sich zu wirtschaftlich sinnvollen Größen zusammenschließen und in direkten Kooperationen mit den Abnehmern des Holzes rasch Bewirtschaftungsformen entwickeln, die kurzfristig umgesetzt werden können. Darüber hinaus schlägt Klaas vor, die Subventionierung von Holzpellets oder Biogas-Anlagen – wie schon in NRW – überall zu stoppen. All diese Maßnahmen dienen dazu, die überhitzte Situation abzukühlen. Holz sei genügend in Deutschland vorhanden. "Dieses sinnvoll genutzt, bremst den Preisanstieg und stabiliert die Situation der Holz verarbeitenden Industrie – von der in Deutschland direkt immerhin rund 200.000 Arbeitsplätze abhängen – im internationalen Wettbewerb." Lesen Sie mehr zu den Holzpreisen im Kommentar der Januar-Ausgabe der "möbel kultur".