Höffner verkauft online: Nach jahrelanger Vorarbeit testet der Berliner Filialist jetzt seinen E-Shop in der Praxis.

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Höffner verkauft online - und sagt es nicht

Ja, er ist da. Der Warenkorb ist nach langem Warten endlich auch auf der Höffner-Homepage zu finden. Als Letztes unter den Handelsschwergewichten starten nun auch die Berliner mit dem Online-Verkauf. Und ganz typisch für eine Testphase bewahrt die Nummer zwei des deutschen Möbelhandels zunächst einmal Stillschweigen - keine Pressemitteilung, keine Werbung, die auf den Shop hinweist. Schließlich müssen sich die Prozesse erst einmal im Normalbetrieb beweisen, ohne den ganz großen Ansturm auf die Server.

Schon seit drei Jahren wurde über Höffners Sprung ins E-Commerce-Zeitalter getuschelt. Im letzten Herbst galt der Start nur noch als eine Frage der Zeit. Doch zwischenzeitlich überwarfen sich die Berliner mit einem Dienstleister, was sie auf ihrem Weg in den Onlinehandel wieder zurückwarf.

Der Shop erinnert funktional an den des Kontrahenten Lutz. Farb-, Preis- und Markenfilter stehen bereit, das Sortiment umfasst mehrere Tausend Artikel - im Bereich Schlafzimmer stehen 2.769 Artikelvarianten bereit, für Kinderzimmer 471, für Jugendzimmer 782, fürs Bad 652, für das Büro 738, für Esszimmer 2.802, für Wohnzimmer 3.365, für die Küche 1.863 und für den Garten 171 Artikelvarianten. Das noch nicht alles reibungslos läuft zeigt die Suchfunktion nach für den Bereich "Flur & Diele", bei der das System null Artikel ausweist. Großen Raum nehmen Fachsortimente mit Marken wie Emsa, Leonardo, Kaiser oder WMF ein - natürlich mit einem besonderen Gewicht auf der Eigenmarke KHG.

Die Shop-Dramaturgie führt deutlich zum Stationärgeschäft hin. Eine Stichprobe für die Garderobenbank "Meppen" zeigt, dass das Möbel in einem Postleitzahlengebiet in der Hamburger Innenstadt online nicht lieferbar ist. In der Filiale in Hamburg-Eidelstedt soll das gute Stück allerdings auf Lager liegen. Anders sieht das Ganze hingegen bei der Wohnlandschaft "Boriana" aus, die in rekordverdächtigen ein bis zwei Wochen per Spedition nach Hamburg-City geliefert werden könnte - für Versandkosten von 49 Euro. Wird noch der Drehtürenschrank "Calvia" zum Warenkorb hinzugefügt, ändert das an den Versandkosten nichts. Eine Montage für den Schrank lässt sich zunächst für 37,50 Euro dazubuchen, allerdings wird dann automatisch ein Grundzuschlag von happigen 79 Euro addiert. Dazu heißt es in den Erklärungen: "Etwaige hinzugebuchte Montagekosten errechnen sich aus den Einzelmontagekosten und dem einmaligen Montagekostengrundzuschlag für Ihre Bestellung."

Als Zahlungsmöglichkeiten stehen Sofortüberweisung, Master-, Visa- und American-Express-Karte, Paypal, Nachnahme oder Vorkasse zur Auswahl.

Als Betreiber des Online-Shops wird im Impressum die eigens gegründete Höffner Online GmbH & Co. KG mit den beiden Geschäftsführern Dr. Jochen Heemann und Volkmar Döring genannt. Anders als bei der Lutz-Gruppe, die vorab den Web-Shop von Mömax als Testballon starteten, startet die Krieger-Gruppe gleich mit dem besten beziehungsweise größten Pferd im Stall. Weder bei Sconto noch bei Möbel Kraft wurden die Internet-Auftritte ebenfalls mit Warenkörben ausgestattet.

Fazit: Es gibt noch ein paar Kinderkrankheiten, aber den Einstieg in das E-Commerce hat Höffner geschafft.

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