Tim Geier, Geschäftsführer beim Mittelstandsverbund Büro Brüssel.

Mittelstandsverbund ZGV

Heiß diskutiert - das Datenmonopol von Amazon und Co.

„Großplattformen wie Amazon verfügen über einen Helikopterblick, sprich: Sie wissen zu jeder Zeit, wie der Kunde sich bewegt, was er kauft oder auch nicht. Das verstärkt nicht zuletzt ihre Doppelrolle als Händler selbst und gleichzeitig als Infrastrukturgeber. Wenn die Politik der Marktmacht von Großplattformen nicht jetzt begegnet, wird die ´schöne neue digitale Welt´ in einigen Jahren sehr trist aussehen“, warnt Tim Geier, Geschäftsführer beim Mittelstandsverbund Büro Brüssel.

Ein heikles Thema, bei dem aktuell die Gemüter hochkochen. Denn nach dem Motto „David gegen Goliath“ sehen sich KMU-Händler bei der Datenhoheit immer stärker in der Defensive, gerade gegenüber E-Commerce-Plattformen, die wie Amazon in einer Doppelrolle als Händler in eigener Sache und als Marktplatz inklusive Dienstleistungen auftreten. Gerade letztere sind heftig umstritten, denn ob Logistik oder After-Sales-Service: Wichtige Kundendaten landen bei Amazon und nicht bei den Anbietern der Produkte, die letztlich für die Kontakte gesorgt haben.

Der Streitpunkt war jetzt Anlass für ein Treffen mit Europaabgeordneten und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Brüssel, denn dieser könne nur auf europäischer Ebene gelöst werden, so der Ansatz. Unterstützung gibt es von den Abgeordneten Markus Pieper und Markus Ferber: „Mittelständische Unternehmen generieren einen Großteil der Plattformdaten, werden aber nicht ausreichend am entstandenen Mehrwert beteiligt. Ziel der Politik muss es sein, dass alle beteiligten Unternehmen Zugang zu den gleichen Daten bekommen.“

Lösungsstrategien liefert die kürzlich vom Mittelstandsverbund, IW und Dr. Nikolas Guggenberger veröffentlichte Studie „Data Sharing im E-Commerce“. Daraus wurden in Brüssel mehrere Handlungsoptionen diskutiert – etwa die Schaffung einer als Genossenschaft organisierten Datentreuhand oder positivrechtliche Neuregelungen und Anpassungen im Wettbewerbsrecht. Das Thema wird schon am 19. Februar wieder aufgegriffen.

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