Verband der Elektro- und Digitalindustrie
Haushaltgerätemarkt stabilisiert sich auf niedrigem Niveau
Obwohl der Inlandsumsatz mit Elektro-Haushaltgeräten leicht positiv ausfiel, blickt der Handel auf ein schwieriges Jahr 2024 zurück. Die schlechte Baukonjunktur belastete das Geschäft mit Einbaugeräten. Für das Jahr 2025 ist die Branche trotz eines verhaltenen Jahresauftakts vorsichtig optimistisch.
Berechnungen des Verbandes der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) zufolge erzielten Haushalt-Groß- und -Kleingeräte 2024 in Deutschland einen Inlandsumsatz in Höhe von ca. 10,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem leichten Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Markt für Elektro-Haushaltgeräte wurde 2024 vor allem durch das weiter verhaltene Konsumklima in Deutschland belastet, heißt es in einer Mitteilung des ZVEI.
Hochwertige Geräte verlocken zum Kauf
Der Umsatzanteil von Haushalt-Großgeräten lag 2024 bei ca. 6,2 Milliarden Euro (-1,2 % gegenüber Vorjahr). Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr etwa 16 Millionen Elektro-Haushalt-Großgeräte verkauft. Damit erholte sich der rückläufige Absatz bei den Haushalt-Großgeräten (+3 % im Vergleich zum Vorjahr). Trotz der weiter stagnierenden Baukonjunktur waren auch Einbaugeräte wieder mehr nachgefragt (+2,6 % beim Absatz). Insgesamt wurde der Markt durch Ersatzbeschaffung, den Trend zu höherwertigen Geräten und den Aspekt Energieeffizienz gestützt. Besonders gefragt waren im Jahr 2024 Wäschetrockner (+22 %), Geschirrspüler (+8 %) und Waschmaschinen (+5 %).
Kleingeräte liegen im Trend

(Foto: Archiv möbel kultur)
Bei den Elektro-Haushalt-Kleingeräten stieg der Hersteller-Inlandsumsatz 2024 durch ein breites Produktportfolio und anhaltende Trends, insbesondere im Bereich der Küchengeräte, um vier Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Die Haushalt-Kleingeräte konnten ihren Wachstumskurs nach einem soliden Vorjahr (+1,5 % in 2023) damit mehr als verdoppeln. Zu den besonders stark nachgefragten Gerätesegmenten zählten erneut Air Fryer, Kaffeezubereitung, Bodenpflege einschließlich Saug-Wischrobotern, Food-Prep- sowie Healthcare-Produkte.
Insgesamt blieb die Konsumlaune in Deutschland trotz des Aufwärtstrends nach dem Tiefpunkt im November 2022 schleppend, und belastete 2024 erneut den Markt für Konsumgüter, einschließlich der Elektro-Haushaltgeräte. Angesichts anhaltender Verbraucherverunsicherung insbesondere durch weltpolitische Entwicklungen hielt die Sparneigung der Konsument:innen im vergangenen Jahr an. Ihre Anschaffungsbereitschaft ist nicht wesentlich gestiegen.
Der Export von Elektro-Haushaltgeräten ging im Zeitraum von Januar bis Dezember 2024 zurück. Laut Statistischem Bundesamt sanken die weltweiten Auslandsumsätze der Haushalt-Großgeräte um 4,5 Prozent, die der Haushalt-Kleingeräte um 17 Prozent.
Vorsichtig positiver Ausblick
Die Hausgerätebranche blickt vorsichtig optimistisch auf 2025. Zwar blieb das erste Quartal dieses Jahres hinter den Erwartungen zurück. Allerdings dürften eine Stabilisierung der Inflation, gestiegene Löhne durch Tarifabschlüsse sowie die jüngste Zinssenkung der EZB positive Signale für die Anschaffungsbereitschaft im weiteren Jahresverlauf setzen. Gelingt es der neuen Bundesregierung, Impulse für die Baukonjunktur und Renovierungen zu setzen, kann das Geschäft mit Einbaugeräten profitieren. Zudem bleibt das Ersatzgeschäft eine stabile Stütze und die langfristigen Trends Energieeffizienz, Komfort und Vernetzung bleiben auch 2025 prägend.
Der Markt für Elektro-Haushaltgeräte dürfte sich somit im Jahresverlauf insgesamt stabilisieren und im Gesamtjahresverlauf wäre ein leichtes Wachstum, insbesondere bei Haushalt-Kleingeräten, möglich. Eine grundsätzliche Unsicherheit besteht allerdings vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Zolltarif-Entwicklung. Als global agierende und vernetze Branche ist die Elektro-Hausgeräte-Industrie von der neuen Zoll-Politik der USA und ihren Folgen unweigerlich betroffen.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren